Stand: 10.09.2019 16:54 Uhr

Trojaner: Neustadt bleibt bis Freitag offline

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Bei der Schadsoftware handelt es sich nach Angaben der Stadt um einen Emotet-Trojaner. (Themenbild)

Die Stadtverwaltung in Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) bleibt nach einer Cyberattacke voraussichtlich noch bis mindestens Freitag lahmgelegt. Nur für telefonische oder mündliche Beratung haben die Behörden nach Angaben einer Stadt-Sprecherin derzeit geöffnet. Die Rechner dürften nicht angeschaltet werden. Die Computer der Verwaltung waren am Freitag von einem Trojaner befallen worden. "Das war eine sehr intelligente Schadsoftware, da können normale Virenprogramme nichts mehr ausrichten", sagte die Sprecherin. Was das Ziel der Attacke war, dazu wollten sich die Stadt und das Landeskriminalamt Niedersachsen mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Burgdorf: Alle Daten mussten neu aufgespielt werden

Das nur wenige Kilometer entfernte Burgdorf ist im vergangenen Jahr Opfer einer ähnlichen Cyberattacke geworden. Aus diesem Vorfall im Dezember 2018 seien Konsequenzen gezogen worden, sagte ein Sprecher der Stadt Burgdorf NDR 1 Niedersachsen. Das Landeskriminalamt habe nach der Attacke gemeinsam mit einer Fachfirma auf sämtlichen Servern und Arbeitscomputern alle Daten neu aufgespielt. Außerdem sei das Computernetzwerk verbessert worden.

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Viren verbergen sich oft in Anhängen von E-Mails

Die gefährlichen Viren verbergen sich nach Angaben der Spezialisten der Internetseite heise online in der Regel in E-Mail-Anhängen, zum Beispiel in Bild- oder Textdateien. Werden diese geöffnet, breiten sich die Trojaner rasend schnell aus. Auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz gibt, würden nach Ansicht der Experten entsprechende Kurse für Mitarbeiter das Risiko einer Cyberattacke senken. Die Beschäftigten in Burgdorf seien deshalb nach dem Angriff Ende vergangenen Jahres nachgeschult worden, sagte der Rathaussprecher.

Schadsoftware war ein Emotet-Trojaner

In Neustadt sind IT-Spezialisten im Moment noch mit der Schadensaufnahme beschäftigt, teilte die Stadt mit. Möglicherweise könnten Ende der Woche immerhin erste Notsysteme hochgefahren werden. Unterdessen hat die Stadt Strafanzeige gestellt und das Landeskriminalamt informiert. Wer hinter der Cyber-Attacke steckt, ist noch nicht bekannt. Nach offiziellen Angaben handelt es sich bei dem Virus um einen Emotet-Trojaner. Dieser befindet sich meist in E-Mail-Anhängen und breitet sich schnell aus. Im Mai dieses Jahres hatten Emotet-Trojaner auch den Heise-Verlag in Hannover getroffen. Der Angriff soll nach früheren Angaben des hannoverschen Unternehmens Schäden von weit über 50.000 Euro verursacht haben. Nach Angaben eines Heise-Sprechers wird dieser Trojaner in der Regel dazu benutzt, um Unternehmen zu erpressen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 10.09.2019 | 17:00 Uhr

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