Stand: 01.10.2018 14:32 Uhr

Totschlag in Lauenau: Prozess beginnt erneut

Vor dem Landgericht Hildesheim wird ab kommender Woche ein Mordprozess komplett neu aufgerollt. Vor Gericht steht ab Mittwoch ein mittlerweile 47 Jahre alter Mann, der seine Ehefrau in Lauenau (Landkreis Schaumburg) für ein neues Leben mit seiner Geliebten umgebracht haben soll. Der Beschuldigte war bereits vom Landgericht Bückeburg wegen Totschlags zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Gegen das Urteil hatte er erfolgreich Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt. Das Landgericht habe einen Beweisantrag der Verteidigung mit einer fehlerhaften Begründung abgelehnt, so der BGH.

Frau im Affekt niedergeschlagen?

Zugetragen hatte sich die Tat im Sommer 2015. Nach Ansicht des Landgerichts Bückeburg hatte der Handwerksmeister seine Frau im Affekt mit einer Holzlatte niedergeschlagen. Anschließend erstickte er sie mit einer Tüte. Es handelte sich um einen langwierigen Indizienprozess, der sich auch wegen immer neuer Anträge der Verteidigung über 40 Tage erstreckte. Belastend wirkten neben den Indizien auch eine Aussage der Geliebten, die Zeugin der Tat gewesen sein will.

Mann droht keine längere Strafe

Weil der Mann die Tat nach Überzeugung des Gerichts nicht geplant begangen hatte, wurde er allerdings nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags verurteilt, so das Gericht. Die Anklage hatte lebenslang wegen Mordes, die Verteidigung Freispruch gefordert. Sollte der 47-Jährige im neuen Verfahren wegen Mordes verurteilt werden, muss er allerdings nicht länger als elfeinhalb Jahre in Haft. Da er erfolgreich Revision einlegte, gilt für ihn ein sogenanntes Verschlechterungsverbot.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.10.2018 | 14:00 Uhr

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