Cannabis in einer Tüte aus der Apotheke und ein Rezeptschein. © imago/STPP

Schmerzen durch Hodenprothese: Kein Anspruch auf Cannabis

Stand: 07.06.2021 12:30 Uhr

Bei Rückenschmerzen wegen einer zu großen Hodenprothese ist Cannabis nach Auffassung des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen nicht die einzige Lösung.

Das Gericht in Celle lehnte laut einer Mitteilung vom Montag den Antrag eines früheren Krebspatienten auf eine Eilentscheidung ab, dass ihm dauerhaft Cannabis verschrieben wird. Der heute 42-Jährige hatte nach einer Tumor-Operation vor einigen Jahren über Beschwerden geklagt, die offenbar durch eine übergroße Hodenprothese ausgelöst wurden.

Kasse lehnt Übernahme der Kosten ab

Als Schmerzmittel ließ er sich Cannabis-Blüten verordnen - verlangte dann aber die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse. Die Kasse lehnte ab und schlug einen Austausch der Prothese vor. Diesen Vorschlag lehnte allerdings wiederum der Patient ab: Er befürchtete Impotenz.

"Cannabis nicht einzig mögliche Therapie"

Cannabis sei nicht die einzige mögliche Therapie gegen die Schmerzen, urteilte das Gericht und schloss sich damit der Auffassung der Kasse und des Sozialgerichts Braunschweig an. Außerdem sei der Fall nicht eilbedürftig: Der Patient sei nicht akut krank, er habe die Prothese sechs Jahre lang nicht austauschen lassen und seinen Widerspruch bei der Krankenkasse nur zögerlich begründet.

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Cannabis in einer Tüte aus der Apotheke und ein Rezeptschein. © imago/STPP

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.06.2021 | 12:30 Uhr

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