Stand: 27.05.2019 17:05 Uhr

Nach Anschlag: Demo gegen Antisemitismus

Rund 280 Menschen haben am Montag in Hannover ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.

In Hannover haben am Montag rund 280 Menschen gegen Antisemitismus demonstriert. Das "Bündnis gegen jeden Antisemitismus" hatte nach einem Brandanschlag auf das Haus eines jüdischen Ehepaares in Hemmingen (Region Hannover) zu dem Protest aufgerufen. Vergangenen Freitag hatten sich in Hemmingen bereits rund 400 Demonstranten zu einer Mahnwache versammelt.

Demonstranten ziehen zum Holocaust-Mahnmal

Mitinitiatorin Rebecca Seidler von der liberalen jüdischen Gemeinde Hannover sagte, man müsse ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Dazu brauche es die Zivilgesellschaft, die sich schützend vor die Menschen jüdischen Glaubens in unserer Gesellschaft stelle. Redner verschiedener Gruppen haben zu Beginn der Demonstration am Kröpcke bei einer Kundgebung gesprochen. Darunter der stellvertretende Regionspräsident Michael Dette und Vertreterinnen der Gruppe "Omas gegen Rechts". Anschließend liefen die Demonstranten zur Oper und bildeten vor dem Holocaust-Mahnmal eine Menschenkette, um sich symbolisch schützend vor jüdisches Leben in Deutschland zu stellen.

Seidler: Kampf gegen Antisemitismus nicht allein den Juden überlassen

Genau auf dem Platz, auf dem die gut 280 Menschen am Montag gegen Antisemitismus demonstrieren, hängen judenfeindliche Plakate von der Partei "Die Rechte". Schon vor gut drei Wochen hätten die liberale jüdische Gemeinde und andere Organisationen dagegen Strafanzeige gestellt, so Seidler. Doch seitdem sei nichts passiert. Den Kampf gegen Antisemitismus dürfe man nicht allein den Juden überlassen, sagte Seidler. Auch deswegen sei es so wichtig, dass so viele Menschen auf die Straße gegangen sind. Früher habe sie oft eher betretendes Schweigen erlebt, wenn es zu antisemitischen Vorfällen kam.

Weitere Informationen

Angriff auf Haus eines jüdischen Ehepaares

In Hemmingen (Region Hannover) haben Unbekannte einen Brandanschlag auf das Haus eines jüdischen Ehepaares verübt. Der Staatsschutz ermittelt. Die Hintergründe sind unklar. (20.05.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 27.05.2019 | 18:00 Uhr

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