Stand: 21.11.2017 18:41 Uhr

Mordversuch in Hameln: Neues Verfahren abgelehnt

14 Jahre Gefängnis und 140.000 Euro für sein Opfer: Diese Strafe wollte der Mann, der vor einem Jahr seine Ex-Frau am Auto durch Hameln geschleift hat, nicht hinnehmen. Er beantragte, das Verfahren wieder aufzunehmen. Diesen Antrag hat das Landgericht Hildesheim nun jedoch zurückgewiesen. Dass der Verurteilte das Urteil für zu hart erachte, reiche nicht als Grund, den Prozess wieder aufzurollen, sagte Gerichtssprecher Philipp Suden. Für eine Wiederaufnahme müssten gewichtige Gründe vorliegen. Dies könnten neue Beweise sein, nachweislich falsche Zeugenaussagen im Prozess oder auch falsche Angaben eines Gutachters.

Opfer überlebte nur knapp

Die Tat des Verurteilten im November 2016 hatte über Hameln hinaus Entsetzen ausgelöst. Er hatte seine geschiedene Frau mit Messerstichen und Axthieben verletzt. Dann band er der damals 28-Jährigen ein Seil um den Hals, befestigte dieses an seinem Auto und fuhr los. Auf dem Rücksitz saß der dreijährige Sohn des Paars. Die Frau wurde rund 200 Meter mitgeschleift und überlebte nur knapp. Ende Mai war der damals 39-jährige Mann wegen versuchten Mordes zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er bekam nur deshalb keine lebenslängliche Freiheitsstrafe, weil er einem Täter-Opfer-Ausgleich zustimmte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 21.11.2017 | 17:00 Uhr

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