Stand: 27.07.2020 08:01 Uhr

MHH-Forscher warnen vor Impfstoff-Euphorie

Laborszene mit Spritze. © picture alliance / Klaus Ohlenschläger
MHH-Vize-Präsident Tobias Welte glaubt, dass frühestens in einem Jahr mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus zu rechnen sei (Themenbild).

Ein Impfstoff gilt als der Schlüssel, um die Corona-Pandemie zu beenden. Auf der ganzen Welt wird deshalb in Laboren seit Monaten unter Hochdruck gearbeitet. Es gibt einige vielversprechende Ansätze, doch einen Durchbruch konnten Forscher noch nicht vermelden. Experten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gehen davon aus, dass dies wohl auch noch länger dauern wird. Es liege noch ein weiter Weg vor einem sicheren Impfstoff, sagte MHH-Vize-Präsident Tobias Welte NDR 1 Niedersachsen. Frühestens in einem Jahr sei mit einem Impfstoff zu rechnen - wenn überhaupt. Es gelte die nächsten Monate abzuwarten.

Erfolgsquote bei 1 zu 100

Weltweit befänden sich die Forscher mit ihrer Arbeit erst am Anfang. Ein Grund seien nun verwendete Technologien. Diese seien bei der Impfstoffentwicklung noch nie erprobt worden. Wenn 100 Impfstoffe in der jetzigen Phase getestet würden, dann bleibe üblicherweise einer übrig, so Welte. Er hoffe, dass dieser eine rechtzeitig gefunden werde.

Welte: Virus könnte Gefahr für Menschen verlieren

Welte hält es sogar für möglich, dass das Coronavirus verschwindet, bevor ein Impfstoff entwickelt wird. Dies sei bereits bei vorherigen Pandemien geschehen - zum Beispiel anderthalb Jahre nach dem Ausbruch der Spanischen Grippe, sagte der Forscher. Viren könnten sich verändern und dadurch ihre Gefahr für Menschen verlieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.07.2020 | 07:00 Uhr

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