Stand: 15.02.2019 17:09 Uhr

Lügde: Jugendamt-Mitarbeiter freigestellt

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Auf dem Campingplatz in Lügde sollen mindestens 31 Kinder sexuell missbraucht worden sein.

Nach dem sexuellen Missbrauch an Kindern auf einem Campingplatz bei Lügde in Nordrhein-Westfalen hat der Landkreis Hameln-Pyrmont personelle Konsequenzen gezogen. Ein Mitarbeiter habe eingeräumt, einen Vermerk zur Sache nachträglich in Akten des Jugendamtes einsortiert zu haben, teilte Landrat Tjark Bartels (SPD) mit. Dies sei zwar ein üblicher Vorgang, den Vermerk aber im Nachhinein zu erzeugen und rückzudatieren, lasse den Verdacht auf einen Verstoß gegen die Dienstpflichten zu. Der Mitarbeiter sei vorsorglich vom Dienst freigestellt worden. Zuvor waren schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt des Landkreises laut geworden. So wurde kritisiert, dass dem 58-jährigen Hauptverdächtigen ein siebenjähriges Mädchen zur Pflege überlassen wurde.

Nina Reckemeyer

Lügde: Jugendamt stellt Mitarbeiter frei

Hallo Niedersachsen -

Nach neuen Vorwürfen gegen das Jugendamt im Zusammenhang mit dem Missbrauch in Lügde hat der Landkreis Hameln-Pyrmont personelle Konsequenzen gezogen. Nina Reckemeyer mit Informationen.

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Ermittlungen gegen drei weitere Verdächtige

Unterdessen ziehen die Missbrauchsfälle auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen weitere Kreise. Gegenüber NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) hatte das nordrhein-westfälische Innenministerium am Donnerstag bestätigt, dass neben den drei Hauptverdächtigen gegen drei weitere Personen ermittelt werde. In zwei Fällen gehe es um den Verdacht auf Beihilfe zum sexuellen Missbrauch. Gegen eine Person werde wegen des Verdachts der Strafvereitelung ermittelt. Offenbar steht er in dringendem Tatverdacht, Daten gelöscht zu haben.

Ermittler müssen 13.000 Dateien auswerten

Die drei Hauptverdächtigen, darunter ein 48 Jahre alter Mann aus Stade, sitzen derweil in Untersuchungshaft. Ihm und einem 56-Jährigen aus Lügde sowie einem 33-Jährigen aus Steinheim wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und Verbreitung von Kinderpornografie vorgeworfen. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass die drei Männer über einen Zeitraum von zehn Jahren mindestens 31 Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren missbraucht und pornografisches Material angefertigt haben. Die Ermittler werten nach eigenen Angaben dazu rund 13.000 Dateien mit Kinderpornografie aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 15.02.2019 | 16:00 Uhr

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