Stand: 08.11.2016 12:50 Uhr

Hildesheim ist ein "Hotspot der Salafistenszene"

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Der 32-jährige Abu Walaa, der in der Moschee in Hildesheim predigte, gilt als zentrale Figur der deutschen Islamisten.

Dass die Polizei am Dienstagmorgen nach monatelangen Ermittlungen ausgerechnet in Hildesheim mehrere Terrorverdächtige festgenommen hat, ist kein Zufall. Denn die Stadt gilt schon seit längerem als ein Schwerpunkt der radikal-islamistischen Szene in Deutschland. Im Juli bezeichnete der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) die Moschee des "Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim e.V." (DIK) als "bundesweiten Hotspot der radikalen Salafistenszene". Bereits damals waren das Gotteshaus sowie acht Wohnungen von Vereinsvorständen von der Polizei durchsucht worden.

Rekrutierung von IS-Kämpfern

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass in dem Verein Muslime radikalisiert und zur Teilnahme am Dschihad in Kampfgebieten motiviert werden sollen. In Predigten, Seminaren und Vorträgen werde zum Hass gegenüber Ungläubigen aufgerufen, hieß es im Sommer zur Begründung der Durchsuchungsaktion. Im zeitlichen Umfeld zu Islam-Seminaren des Predigers Abu Walaa in der Hildesheimer Moschee sei es immer wieder zu Ausreisen in Richtung Syrien gekommen.

Rund 550 radikal-islamistische Salafisten in Niedersachsen

Niedersachsenweit schätzte der Verfassungsschutz die Zahl der radikal-islamistischen Salafisten im Mai in seinem Bericht für 2015 auf rund 550. Etwa 75 von ihnen machten sich nach Erkenntnis der Behörden aus Niedersachsen in Richtung Syrien und Irak auf, um sich dort dem Islamischen Staat (IS) oder anderen Terrororganisationen anzuschließen. Ein Drittel der 2015 ausgereisten Islamisten stammte aus dem Raum Hildesheim.

 Abu Walaa mit Verbindungen zu "Helfen in Not"

Nach Informationen des "Spiegels" warnte das Bundesamt für Verfassungsschutz bereits 2013 in einem internen Bericht vor den Spendensammlern von "Helfen in Not". Neben bundesweit bekannten Salafistenpredigern wie Sven Lau und Pierre Vogel tauchte schon damals ein Mann aus Hildesheim bei Sammelaktionen auf: der jetzt festgenommene Abu Walaa - der selbst ernannte Scheich von Hildesheim.»

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.11.2016 | 13:00 Uhr

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