Ein Wolf steht auf einem Baumstamm. © Picture Alliance Foto: Julian Stratenschulte

Grüne: Geschossene Wölfe in Niedersachsen sind "Bauernopfer"

Stand: 06.04.2021 18:12 Uhr

Die Grünen-Fraktion hat die Wolfspolitik der niedersächsischen Landesregierung scharf kritisiert. Die getöteten Tiere seien "im wahrsten Sinne des Wortes ein Bauernopfer", so Christian Meyer.

Der naturschutzpolitische Sprecher und Fraktionsvize Meyer monierte, die von Umweltminister Olaf Lies (SPD) beauftragten Schützen könnten die gesuchten Wölfe nicht nach Alter und Geschlecht identifizieren. Die nun getöteten Tiere stünden in keinem Zusammenhang mit Übergriffen. In beiden Fällen handele es sich um Welpen. Dies sei die Einschätzung des Bundesumweltministeriums und des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), so Meyer.

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Meyer spricht von "Wild-West-Methode"

Der Grünen-Politiker fand deutliche Worte: "Diese Wild-West-Methode, einfach irgendwelche Tiere abzuschießen, hat jetzt zwei Welpen das Leben gekostet und ist unvereinbar mit dem strengen Schutzstatus des Wolfes." Der Abschuss von Welpen sei nach der Abschussgenehmigung des Umweltministeriums eindeutig illegal, so Meyer. "Die Wolfspolitik des SPD-Ministers ist grandios gescheitert."

Abschussgenehmigung für männliches Tier

Im Februar waren zwei Wölfinnen im Raum Ebstorf im Landkreis Uelzen sowie bei Löningen im Landkreis Cloppenburg erlegt worden. Die Ausnahmegenehmigung zum Abschuss in Folge hunderter gerissener Schafe bezog sich allerdings auf einen männlichen Wolf, dem die Risse überwiegend zugeordnet werden konnten. Meyer sagte, Minister Lies habe "sich verrannt". Pauschale Abschussfreigaben seien ein Verstoß gegen den Naturschutz und schützten kein einziges Weidetier.

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