Stand: 03.03.2020 14:20 Uhr

Bischofskonferenz: Limburger Bätzing gewählt

Auf einer Bildkombo sind der neue Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing (links) und Hildesheims Bischof Heiner Wilmer zu sehen. © dpa - Bildfunk Foto: Harald Tittel/Moritz Frankenberg
Der Limburger Bischof Georg Bätzing (links) ist neuer Chef der Deutschen Bischofskonferenz. Hildesheims Bischof Heiner Wilmer gehörte zum Kandidatenkreis.

Der katholische Limburger Bischof Georg Bätzing ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Das wurde aus Teilnehmerkreisen bekannt. Die katholischen Bischöfe wählten am Dienstag demnach den 58-Jährigen bei ihrem Frühjahrstreffen zum Nachfolger von Kardinal Reinhard Marx, dem Erzbischof von München-Freising. Als Kandidat für den Chefposten war auch der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer gehandelt worden. An der Wahl in Mainz beteiligten sich insgesamt 68 Bischöfe. Bätzing gilt als liberal. Er hatte bereits vor seiner Wahl darüber gesprochen, das Zölibat zu lockern. Der bisherige Amtsinhaber Kardinal Marx hatte kürzlich überraschend erklärt, dass er sich nicht erneut zur Wahl stellen werde.

VIDEO: Wer wird neues Oberhaupt der katholischen Kirche? (5 Min)

Evangelische Kirche nach Wahl zuversichtlich

Die evangelische Kirche reagierte auf die Wahl des Limburger Bischofs zum neuen Chef der katholischen Bischöfe mit der Hoffnung, dass von Bätzing ökumenische Impulse ausgehen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, erklärte in Hannover, er habe den Limburger Bischof "als ökumenisch höchst aufgeschlossenen und menschlich sehr angenehmen" Gesprächspartner erlebt. "Das lässt mich mit großer Zuversicht auf die zukünftige ökumenische Zusammenarbeit schauen", so der Ratsvorsitzende.

Bode hat kein Interesse

Eine Wahl von Wilmer wäre eine Überraschung gewesen, da der gebürtige Emsländer erst seit rund anderthalb Jahren im Amt ist. Außerdem hieß es zuvor, dass die Konservativen unter den deutschen Bischöfe Aussagen von Wilmer über Kirche und Macht kritisch sehen würden. Der Hildesheimer Bischof gilt als reformorientiert. Vor allem mit seinem konsequenten Vorgehen im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in der Kirche hat er bundesweit für Aufsehen gesorgt. Wilmer selbst hatte im Vorfeld der Wahl allerdings erklärt, dass er für das Amt nicht wirklich in Betracht käme. Sein Amtsbruder, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, hatte zuvor bereits erklärt, dass er nicht Vorsitzender der Bischofskonferenz werden wolle.

Vorsitzenden erwarten schwierige Aufgaben

Als größte Herausforderung für den neuen Vorsitzenden Bätzing gilt der derzeitige Reformprozess in der katholischen Kirche, der sogenannte Synodale Weg. In dem Prozess beraten katholische Laien, Priester und Bischöfe über Reformen. Auch um die strittige Frage, wie Missbrauchsopfer entschädigt werden, muss sich der neue Chef der deutschen Bischofskonferenz kümmern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.03.2020 | 16:00 Uhr

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