Blick auf die Eingangstür des Landgerichts Lüneburg. © NDR Foto: Julius Matuschik

15-Jährigen erstochen: Angeklagter bestreitet Tötungsabsicht

Stand: 06.10.2020 13:38 Uhr

Im Sicherungsverfahren um einen tödlichen Angriff auf einen 15-Jährigen in Celle hat der Angeklagte vor dem Landgericht Lüneburg die Tat eingeräumt. Er habe das Opfer aber nicht töten wollen.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers sagte der 30-Jährige am ersten Verhandlungstag, dass er Stimmen gehört und sich von dem Jugendlichen verfolgt gefühlt habe. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Totschlag vor. Weil er psychisch krank sei, habe der Mann die Lage verkannt und sich von dem Radfahrer einer massiven Bedrohung ausgesetzt gesehen. Die Ermittler gehen zudem von einem akuten psychotischen Schub im Zusammenhang mit Drogenkonsum aus. Laut Anklage ist daher nicht auszuschließen, dass der 30-Jährige bei der Tat schuldunfähig war. Die Staatsanwaltschaft strebt daher eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Angeklagter bereits in Klinik untergebracht

Der 15-Jährige war in Celle mit dem Fahrrad unterwegs, als ihn der Angeklagte unvermittelt mit einem Messer angriff. Da es sich bei dem Opfer um einen jesidischen Kurden aus dem Irak handelt, hatte es zunächst Spekulationen über ein rechtsextremes Motiv gegeben. Mehrere Vereine kritisierten, dass dies bei den Ermittlungen außer Acht gelassen werde. Der Beschuldigte ist bereits jetzt in einer Klinik untergebracht. Bis zum 11. November sind noch fünf weitere Verhandlungstage angesetzt.

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Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Radfahrer im April in Celle soll der mutmaßliche Täter in der Psychiatrie untergebracht werden. Das hat die Staatsanwaltschaft beantragt. (11.08.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 06.10.2020 | 13:30 Uhr

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