Stand: 21.10.2018 09:12 Uhr

Tausend Gegner demonstrieren gegen Schacht Konrad

Rund 1.000 Kernkraftgegner haben am Sonnabend mit einem "Anti-Atom-Treck" gegen die aktuelle Atommüll-Politik demonstriert. Ein Konvoi aus 30 Traktoren, 200 Fahrrädern sowie Autos und Motorrädern war am Vormittag am Sitz des Bundesamtes für Strahlenschutz in Salzgitter gestartet und führte über 30 Kilometer zum Verwaltungsgebäude der Bundesgesellschaft für Endlagerung in Peine. In Vechelde stießen mehrere Dutzend Radler aus Braunschweig zu dem Treck. Bei der Abschlusskundgebung zählte die Polizei rund 350 Teilnehmer - laut den Beamten sei alles friedlich verlaufen. Allerdings wurde durch den Konvoi der Verkehr in der Region teilweise behindert.

Der Anti-Atom-Treck von Salzgitter nach Peine wird von einem Trecker angeführt.

Atomgegner protestieren gegen Schacht Konrad

Hallo Niedersachsen -

Mehr als 1.000 Menschen sind gegen das geplante Atommüll-Endlager im Schacht Konrad auf die Straße gegangen. Von Salzgitter zog der Anti-Atom-Treck bis nach Peine.

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Demonstranten fordern Aufgabe von Schacht Konrad

Die von Bürgerinitiativen, Vereinen, Parteien und Gewerkschaften organisierte Demo richtete sich vor allem gegen den Bau des Atommüll-Endlagers Schacht Konrad in Salzgitter. Gleichzeitig forderten die Demonstranten eine zügige Räumung des Atommülllagers Asse (Landkreis Wolfenbüttel). Das ehemalige Eisenerzbergwerk Konrad wird derzeit zum Bundesendlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll ausgebaut. "Konrad muss aufgegeben werden, weil es ein altes Bergwerk ist, das den Anforderungen an ein Atommüllendlager niemals gerecht werden kann", sagte Ludwig Wasmus von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad. Ein Sprecher der IG Metall Peine-Salzgitter kritisierte, dass es für Schacht Konrad nie eine vergleichende Standortauswahl gegeben habe. Außerdem sei spätestens mit den Erfahrungen der Asse die wartungsfreie, nicht rückholbare Endlagerung gescheitert.

Kritik: Rückholung in Asse kommt nicht voran

Auch Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg prognostizierte, dass das Projekt Schacht Konrad ähnlich wie Gorleben scheitern werde. Ein Endlager sei gegen den Widerstand der Zivilgesellschaft niemals durchsetzbar. "Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab", sagte Ehmke auf der Demonstration am Sonnabend. Die Demonstranten äußerten zudem ihren Unmut darüber, dass die gesetzlich festgeschriebene Rückholung der radioaktiven Abfälle aus dem Bergwerk Asse nicht vorankomme.

Immer mehr Lauge im Atommüll-Lager

In dem früheren Salzbergwerk Asse wurden zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit Atommüll sowie chemische Abfälle eingelagert. Weil die Grube voll Wasser zu laufen droht, sollen die Fässer nach Möglichkeit geborgen werden. Zuletzt hatte sich die Menge der zufließenden Lauge beträchtlich erhöht. Die Aktivisten forderten die BGE auf, ihre Kapazitäten statt auf einen Weiterbau von Schacht Konrad auf die Errichtung eines neuen Schachts in der Asse zu konzentrieren. Ein weiterer Schacht gilt als eine Voraussetzung dafür, dass der Atommüll aus der Asse herausgeholt werden kann.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.10.2018 | 09:00 Uhr

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