Stand: 11.05.2019 12:15 Uhr

Osterloh & Co.: Volles Gehalt für VW-Betriebsräte

Nach etwa eineinhalb Jahren zahlt Volkswagen seinem Betriebsratschef Bernd Osterloh und 14 weiteren Arbeitnehmervertretern wieder übertarifliche Bezüge. Das berichtet die "Braunschweiger Zeitung" (Sonnabend). In der Zwischenzeit hatte das Unternehmen aus Wolfsburg die Gehälter gekürzt, weil die Staatsanwaltschaft Braunschweig seit Mai 2017 Ermittlungen gegen ehemalige VW-Personalchefs eingeleitet hatte. Die Arbeitnehmervertreter hätten nun mit dem Unternehmen vor dem Arbeitsgericht Braunschweig einen entsprechenden Vergleich geschlossen. Ein Sprecher des Betriebsrates bestätigte den Vergleich am Freitag.

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Ermittler durchsuchen Büros in VW-Chefetage

15.11.2017 19:30 Uhr
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Wegen angeblich zu hoher Zahlungen an Betriebsratschef Bernd Osterloh haben Staatsanwälte und Steuerfahnder mehrere Büroräume in der Wolfsburger VW-Firmenzentrale durchsucht. Video (03:37 min)

Zu viel Geld? Ermittlungen wegen Untreue

Die Staatsanwaltschaft hatte im Frühjahr 2017 Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue aufgenommen. Die Ermittler wollten prüfen, ob die Manager Osterloh und anderen Arbeitnehmervertretern zu hohe Gehälter zugestanden hätten. Gegen den Betriebsratschef selbst hatten sich die Ermittlungen dabei aber nicht gerichtet. Ob die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mittlerweile abgeschlossen sind, ist bislang unklar: Die Anklagebehörde war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Arbeitsrichter kontrollieren Gehälter

Nach Informationen der "BZ" hatte VW die Gehälter der Betriebsräte von Fachleuten durchleuchten lassen - alles in Ordnung, sei dem Konzern bescheinigt worden. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingeleitet hatte, verpflichtete VW zwei ehemalige Richter des Bundesarbeitsgerichtes. Die Juristen seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vergütung für einige der betroffenen Betriebsräte auch hätte höher ausfallen können. Und: Für Osterloh sei die Vergütung in Höhe eines VW-Bereichsleiters ausdrücklich nicht unzulässig.

Dessen Grundgehalt hatte nach eigenen Aussagen vor der Kürzung bei etwa 200.000 Euro pro Jahr gelegen. Nach der Deckelung sei es auf etwa 96.000 Euro gesunken. In der Spitze habe es, abhängig vom VW-Erfolg mit Bonuszahlungen, auch schon mal bei 750.000 Euro gelegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.05.2019 | 12:00 Uhr

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