Stand: 22.09.2020 09:38 Uhr

"Maddie": Weitere Ermittlungen gegen Verdächtigen

Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig gibt ein Statement vor Mikrofonen ab. © NDR
Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig hat weitere Ermittlungen gegen den Verdächtigen im Fall "Maddie" bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führt ein weiteres Verfahren gegen Christian B. Es werde wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer jungen Irin im Jahr 2004 an der Algarve ermittelt, sagte Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Das mögliche Opfer habe sich nach einem Zeugenaufruf in mehreren Ländern bei britischen Medien gemeldet. Über die weiteren Ermittlungen hatte zuerst die "Braunschweiger Zeitung" berichtet. Christian B. gilt bereits als Verdächtiger im Fall der vor 13 Jahren in Portugal verschwundenen Britin Madeleine McCann.

Weitere Vorwürfe gegen Verdächtigen

Erst Anfang September hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig weitere Ermittlungen gegen Christian B. in einem weiteren Fall bestätigt: Wenige Wochen vor dem Verschwinden von "Maddie" soll sich der Verdächtige in Portugal an einer Zehnjährigen vergangen haben. Im Unterschied zum Fall der jungen Irin ermittelt die Staatsanwaltschaft laut Wolters bereits seit Frühjahr 2019. Das Verfahren stehe in keinem Zusammenhang zum Fall "Maddie". Zu den Ermittlungen im Fall "Maddie" vermeldete Wolters keinen neuen Stand: Gegen den Beschuldigten bestehe auch weiterhin ein "beweisgestützter Verdacht" des Mordes, sagte der Staatsanwalt ohne konkreter zu werden.

EuGH entscheidet am Donnerstag

Christian B. sitzt derzeit wegen Drogenhandels eine Gefängnisstrafe in Kiel ab. Am Donnerstag entscheidet der Europäische Gerichtshof (EuGH) über ein Urteil des Landgerichts Braunschweig gegen den 43-Jährigen in einem weiteren Fall. Die Richter am Landgericht hatten ihn am 16. Dezember 2019 zu sieben Jahren Haft wegen der Vergewaltigung einer damals 72-jährigen US-Amerikanerin im Jahr 2005 verurteilt. Dagegen hatte der Verurteilte Revision eingelegt. Nun muss der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden, ob der Mann ohne Einwilligung Portugals in dem Vergewaltigungsfall angeklagt und verurteilt werden durfte. Der BGH wiederum hatte deswegen den EuGH angerufen und um Klärung gebeten.

Gutachten bestätigt Urteil

Der Generalstaatsanwalt beim EuGH hatte schon erklärt, dass Christian B. zu Recht verurteilt wurde. Das Gutachten ist für die Richter zwar nicht bindend, aber in den meisten Fällen folgen sie der Einschätzung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 22.09.2020 | 17:00 Uhr

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