Stand: 01.11.2016 16:50 Uhr

Landkreis Osterode: Neu, größer, Göttingen

Den Landkreis Osterode gibt es seit heute nicht mehr, die Landkreise Göttingen und Osterode sind zum Großkreis Göttingen vereint. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte beim Festakt in Osterode, die Landkreise seien zusammen stärker als getrennt, die Fusion sei ein großer Schritt in die richtige Richtung. Vor dreieinhalb Jahren wurde die Zusammenlegung beschlossen. Es ist die erste Landkreisfusion seit den 1970er-Jahren. Vor allem sei es die erste freiwillige Fusion, betonte Weil in seiner Rede. "Dass die Osteroder da über ihren eigenen Schatten gesprungen sind, verdient ein ganz besonderes Kompliment." Mit rund 320.000 Einwohnern wird der neue Landkreis Göttingen einer der bevölkerungsreichsten Landkreise Niedersachsens.

Arbeitsplätze ziehen um

In den Kreisverwaltungen Göttingen und Osterode ziehen rund 550 Angestellte um: 40 Verwaltungsangestellte aus Osterode werden künftig in Göttingen arbeiten, während rund 110 Mitarbeiter des Ordnungsamtes nach Osterode umziehen. Auch die Kommunalaufsicht und die Finanzverwaltung sollen Osterode zukommen. Ein Stellenabbau lasse sich durch Pensionierungen erreichen, entlassen werden soll niemand, so Osterodes Erster Kreisrat Gero Geißlreiter (CDU). In Osterode lehnen vor allem ältere Menschen die Fusion ab, die Befürchtung: Alles geht nach Göttingen. Der wiedergewählte Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD) hält dagegen: "Nur zentralisierte Bereiche, mit denen der Bürger nichts zu tun hat, wird es entweder nur in Göttingen oder Osterode geben".

Fusionieren, um Schulden abzubauen

Für die Fusion hatte besonders der Landkreis Osterode gute Gründe. Zum einen ein immer größer werdender Schuldenberg, zum anderen wird die Bevölkerung immer älter. Der Landkreis hätte schon bald Verwaltungsleistungen nicht mehr erbringen können, so Geißlreiter. Der Zusammenschluss wird vom Land Niedersachsen mit 80 Millionen Euro Entschuldungshilfen unterstützt. Voraussetzung ist, dass der neue Landkreis zehn Jahre lang ausgeglichene Haushalte vorlegt. Der 1. November 2016 sei ein besonderer Tag in der Verwaltungsgeschichte des Landes, meint Hubert Meyer, Geschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages. Dass zwei Landkreise ohne Druck von außen so reagieren, sei eine "historisch und bundesweit einmalige Konstellation".

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.11.2016 | 16:00 Uhr

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