Stand: 11.06.2020 21:07 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Einbeck: Ermittler finden keinen Sprengstoff

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Der Sprengsatz wurde in diesem Briefkasten gezündet.

Nach einem mutmaßlich rechtsextremistisch motivierten Anschlag auf das Haus einer 41-jährigen Frau in Einbeck (Landkreis Northeim) hat die Polizei in der Wohnung der Verdächtigen keinen Sprengstoff gefunden. Bei der Durchsuchung seien aber mehrere Waffen und Munition sichergestellt worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Ein 26 Jahre alter polizeibekannter Rechtsextremist und ein 23-jähriger Komplize stehen im Verdacht, einen Sprengsatz im Briefkasten der Frau gezündet zu haben. Bei dem Opfer handelt es sich laut Innenministerium um "eine in der Region für ihr Engagement gegen rechts bekannte Frau".

Nach Anschlag: Zwei Rechtsextremisten gefasst

Hallo Niedersachsen -

Nach einem Sprengstoffanschlag in Einbeck wurden zwei Tatverdächtige aus der rechtsextremen Szene gefasst. Der Anschlag galt einer 41-jährigen Frau, die sich gegen Rechtsextremismus engagiert.

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Verdächtige sind wieder frei

Die Verdächtigen sind nach ihrer vorläufigen Festnahme wieder auf freiem Fuß. Es bestehe keine Verdunkelungs- oder Fluchtgefahr, sagte der Sprecher. Gegen sie werde wegen des Verdachts der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion ermittelt. Die beiden Männer wohnen den Angaben zufolge zur Untermiete bei einem weiteren mutmaßlichen Rechtsextremisten. Die bei der Durchsuchung gefundenen Waffen, darunter zwei Schreckschusspistolen und 15 Patronen unterschiedlichen Kalibers, würden vom Landeskriminalamt geprüft.

Deutliche Worte von Pistorius

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"Wir dulden in Niedersachsen keinen Extremismus", sagte Boris Pistorius (SPD). (Archivbild)

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte die Tat am Donnerstag "aufs Schärfste" verurteilt. Rechtsextremisten wollten "offensichtlich Angst und Schrecken verbreiten", sagte Pistorius in Hannover. Er kündigte genaue Untersuchungen durch die Polizei an und informierte den Innenausschuss des Landtags über den Fall. "Wir dulden in Niedersachsen keinen Extremismus, egal wo er herkommt", sagte Pistorius.

Blutspur führte zur Wohnung der Tatverdächtigen

Die beiden Tatverdächtigen sollen am frühen Mittwochmorgen den Briefkasten am Haus der Frau gesprengt haben. Ein Zeuge hatte nach einem lauten Knall die beiden Männer vom Tatort weglaufen sehen und die Polizei alarmiert. Der 26-Jährige verletzte sich an der Hand, weil der Sprengsatz offenbar vorzeitig detonierte. Polizisten hätten eine Blutspur bis zur gemeinsamen Wohnung der beiden Männer verfolgen können, so die Staatsanwaltschaft.

Weitere Informationen

Moringen: Rechte provozieren in NS-Gedenkstätte

20.11.2019 16:00 Uhr

Eine Gruppe Rechter hat während einer Führung in der Gedenkstätte Moringen NS-Opfer verhöhnt. Die Führung wurde abgebrochen. Anschließend posierten die Teilnehmer für Fotos. mehr

Verdächtiger wegen Volksverhetzung angeklagt

Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen mitteilte, ist einer der beiden mutmaßlichen Täter szenebekannt: Gegen den 26-Jährigen läuft derzeit eine Anklage wegen Volksverhetzung. Der Mann hatte vergangenen November mit zwei weiteren Rechtsextremen die KZ-Gedenkstätte Moringen besucht. Sie verharmlosten gegenüber Mitarbeitenden die KZ-Haft und posierten anschließend mit rechtsextremen T-Shirts vor den Toren des ehemaligen Konzentrationslagers.

Trümmer mehrere Meter in Wohnung geschleudert

Die Sprengwirkung sei so stark gewesen, dass Trümmer des Briefkastens mehrere Meter weit in den Wohnbereich geschleudert wurden, sagte der Göttinger Rechtsanwalt des 41-jährigen Opfers. Das Ausmaß der Zerstörung zeige, wie gefährlich der Sprengsatz offensichtlich gewesen sei: "Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn sich ein Mensch hinter der Tür befunden hätte."

Opfer mehrfach aus rechten Kreisen bedroht

Die 41-Jährige sei "bereits in der Vergangenheit Adressatin von Bedrohungen durch Mitglieder der Einbecker Neonaziszene" gewesen, so der Anwalt. Der Anschlag habe eine neue, gefährlichere Dimension. Seit einiger Zeit gebe es eine "länger anhaltende Serie von Übergriffen durch Neonazis gegen engagierte AntifaschistInnen in Südniedersachsen".

Jederzeit zum Nachhören
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NDR 1 Niedersachsen

Nachrichten aus dem Studio Braunschweig

06.08.2020 17:00 Uhr
NDR 1 Niedersachsen

Was in Ihrer Region wichtig ist, hören Sie in den Regional-Nachrichten bei NDR 1 Niedersachsen. Hier ist der Mitschnitt der 17.00-Uhr-Sendung. Audio (09:57 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 11.06.2020 | 13:30 Uhr

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