Stand: 29.07.2019 08:30 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Unfälle: Immer mehr Gaffer in Niedersachsen

Polizisten und Rettungskräfte werden bei ihrer Arbeit immer wieder massiv von sogenannten Gaffern behindert - auch in Niedersachsen. Im Jahr 2017 wurden 747 Fälle kriminalstatistisch erfasst - im vergangenen Jahr waren es 857. Wer an Unfallorten filmt oder Fotos macht, verletzt den sogenannten höchstpersönlichen Lebensbereich der Betroffenen und macht sich strafbar. Das Vergehen kann seit 2014 mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Sichtschutz für die Autobahn

Vor allem Beamte, die auf Autobahnen im Einsatz sind, berichten immer wieder von Schaulustigen, die nach Unfällen zum Handy greifen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover. Um Unfallopfer vor neugierigen Blicken zu schützen, hat Mitte Juni ein Test mit mobilen Sichtschutzzäunen an der A2 und A7 begonnen. Die Zäune sollen auch Staus verhindern, die von langsam fahrenden Gaffern verursacht werden und die Arbeit für Rettungskräfte und Polizei erleichtern.

Polizei hat noch keine Zäune angefordert

Die Polizei kann die Zäune anfordern, die Autobahnmeisterei Hannover stellt sie dann auf. In den ersten sechs Wochen des Pilotprojekts kamen die Sichtschutzzäune allerdings noch nicht zum Einsatz: Die Polizei habe sie bisher noch nicht angefordert, teilte das niedersächsische Verkehrsministerium mit. Die Sichtbarrieren sollen zunächst ein Jahr lang auf Autobahnen erprobt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.07.2019 | 08:00 Uhr

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