Stand: 15.03.2019 21:53 Uhr

Schlachthöfe: Bundesrat will Video-Pflicht

Der Bundesrat hat auf Initiative von Niedersachsen die verpflichtende Videoüberwachung auf Schlachthöfen auf den Weg gebracht. Wie das Agrarministerium am Freitag in Hannover mitteilte, hat sich die Länderkammer einstimmig dem Entschließungsantrag angeschlossen, der den Bund zu einem entsprechenden Gesetzgebungsverfahren auffordert.

Politik kommt den Tierschützern entgegen

Niedersachsen hatte die Initiative als Reaktion auf Vorwürfe von Tierquälerei in einigen Schlachthöfen angestoßen. Tierschützer hatten in kleineren Schlachthöfen Videoaufnahmen gemacht, die massive Verstöße von Tierquälerei dokumentieren sollen. Tierschützer und Tierärzte hatten daraufhin Videoüberwachung in den Schlachthöfen gefordert. Niedersachsen hatte vor einigen Wochen bereits eine freiwillige Branchen-Vereinbarung zu Videokontrollen geschlossen.

Auch Tierkadaver sollen untersucht werden

Außerdem will das Land auch an Tierkörperbeseitigungsanstalten gelieferte Tierkadaver von Ärzten untersuchen lassen. Anlass ist eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wonach es bei mehr als zehn Prozent der angelieferten Tiere Hinweise auf Krankheiten gab, die für die Tiere mit starken Schmerzen und Leiden verbunden waren. Die tierärztlichen Kontrollen sollen Hinweise auf Betriebe geben, in denen die Tiere nicht ausreichend behandelt worden sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.03.2019 | 20:00 Uhr

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