Stand: 23.12.2017 14:33 Uhr

Parteien mit mehr Mitgliedern - außer der CDU

2017 war für Niedersachsen mit Bundestagswahl und vorgezogener Landtagswahl am 15. Oktober ein politisch durchaus bewegtes Jahr. Den meisten Parteien hat das gutgetan: Immer mehr Menschen sind in Parteien eingetreten. Außer bei der CDU stieg bei den übrigen vier großen Landtags-Parteien die Zahl der Mitglieder. Der SPD-Landesverband wuchs innerhalb eines Jahres von 56 886 auf 57.984 Mitglieder. "Die meisten Neueintritte hatten wir nach der Bekanntgabe der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz und nach der Bundestagswahl am 24. September", sagte Sprecher Axel Rienhoff. Auch wenn die Bildung einer gemeinsamen Landesregierung mit der CDU bei den niedersächsischen Sozialdemokraten umstritten war, habe es nach Bekanntgabe der GroKo-Pläne "nur vereinzelte Austritte" gegeben.

Zuwachs für FDP, Grüne und AfD

Die CDU ist nach diesem Jahr immer noch zahlenmäßig größter Landesverband einer Partei in Niedersachsen. Die Zahl der Mitglieder blieb aber nahezu gleich: Sie sank von 60.668 auf 60.587. Einen stetigen Zuwachs über das Jahr verteilt hingegen verbuchte die niedersächsische FDP. Die Liberalen zählten Ende des vergangenen Jahres noch 5.273 Mitglieder, aktuell sind es 6.023. Hundert weitere Mitgliedsanträge müssen noch bearbeitet werden. Auch die Grünen legten bei der Mitgliederzahl zu. Ende 2016 hatten in Niedersachsen noch 6.575 Menschen ein grünes Parteibuch, Mitte November waren es 6.781. "Die meisten Eintritte erfolgten im Zuge des Bundes- und Landtagswahlkampfes", sagte Sprecherin Johanna Forys. Die AfD in Niedersachsen erhielt den stärksten Zulauf während des Bundestagswahlkampfes. Ende Dezember hatte der Landesverband nach eigenen Angaben 2.526 Mitglieder, zu Anfang des Jahres waren es noch 2.261 gewesen.

Nur ein kurzes Hoch?

Ein Blick auf die vergangenen Jahre relativiert diese Zahlen jedoch. So hatte laut einer Analyse des Politologen Ferdinand Müller-Rommmel 2016 die FDP 68 Prozent Mitgliederverlust im Vergleich zu 1990, bei der SPD waren es 54 Prozent und bei der CDU auch 54 Prozent. Nur die Grünen gewannen bundesweit im gleichen Zeitraum 49 Prozent an Mitgliedern hinzu. "Dass die Mitgliederzahlen der etablierten Parteien in politisch turbulenten Zeiten wieder leicht steigen, ist ein gutes Zeichen für unsere Demokratie", sagt Müller-Rommel, der an der Leuphana Universität in Lüneburg lehrt. Noch sei es aber zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.12.2017 | 07:00 Uhr

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