Der Angeklagte sitzt vor Prozessbeginn mit Handfesseln im Gerichtssaal und hält sich einen Umschlag vor das Gesicht. © Hauke-Christian Dittrich/dpa Foto: Hauke-Christian Dittrich

Oldenburg: 63-Jähriger ersticht Ehefrau - Prozess beginnt

Stand: 10.09.2021 14:33 Uhr

Wegen dem Vorwurf des Mordes an seiner Ehefrau muss sich ein 63 Jahre alter Mann seit Freitag vor dem Landgericht Oldenburg verantworten.

Er soll im März 2021 seine getrennt lebende Ehefrau in ihrer Wohnung mit einem Küchenmesser getötet haben. Das sagte der Staatsanwalt beim Verlesen der Anklage am Freitag. Die Frau habe an Kopf und Oberkörper 64 Stichverletzungen erlitten.

Der Angeklagte räumt die Tötung ein

Sein Mandant räume ein, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein, sagte der Anwalt des Angeklagten. Kurz vor der Tat habe der aus Afghanistan stammende Mann eine gerichtliche Anordnung erhalten, die Wohnung nicht mehr betreten zu dürfen. Trotzdem soll er die Wohnung der Frau besucht haben, um sie an einer Trennung zu hindern und Oberhand über die gemeinsamen Kinder zu behalten.

Er kann sich die Tat nicht erklären

Sie habe ihn aufgefordert die Wohnung zu verlassen, was er nicht befolgte. Nach Angaben des Angeklagten hat seine Ehefrau ihn daraufhin mit Fäusten auf den Kopf geschlagen. Daraufhin habe er mit einem Messer, das er immer bei sich trage, auf die Frau eingestochen. "Ich war so verwirrt", ließ der 63-Jährige übersetzen. Er könne sich nicht erklären, was in seinem Kopf passiert ist und nicht erinnern, zugestochen zu haben, sagte der Angeklagte. Das Urteil wird am 19. Oktober erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 10.09.2021 | 08:30 Uhr

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