Stand: 27.12.2019 19:30 Uhr

Niedersachsen fehlen mehr als 170 Schulleiter

Ein Schild weist einen für die Schulleitung reservierten Parkplatz aus. © dpa-Bildfunk Foto: Marius Becker
Diesen Platz will niemand haben: Schulleiter sind schwer zu finden. (Themenbild)

Händeringend werden in Niedersachsen Schulleiterinnen und Schulleiter gesucht. Doch die sind schwer zu finden. Von den vielen vakanten Stellen konnten 2019 nur wenige besetzt werden. Im März fehlten 180 Schulleiter, Anfang Dezember waren es 172. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) betont, dass es bereits Fortschritte gebe. "Es ist uns gelungen, wieder mehr Schulleitungsstellen zu besetzen", sagte er. Zufriedenstellend sei die Lage jedoch nicht.

Lehrkräfte müssen Leitung mit übernehmen

Wo die Leitung fehle, müssten Lehrkräfte ihre Aufgaben kommissarisch mit übernehmen - eine große Belastung, sagt Andrea Kunkel, Vorsitzende des Schulleitungsverbands Niedersachsen. Manche Stellen blieben sogar über Jahre unbesetzt, so Kunkel. Ein Grund aus ihrer Sicht: Die Rahmenbedingungen passten nicht zu den Anforderungen an den Beruf. Gerade an kleinen Schulen müssten die Leiter zu viel selbst unterrichten. Oft fehlten Stellvertreter zur Unterstützung. Auch die Bezahlung sei nicht attraktiv genug.

Schulleitung soll eigenes Berufsbild werden

2.800 allgemeinbildende Schulen gibt es in Niedersachsen, außerdem 250 berufliche Schulen. Derzeit ist rund jede 18. Schule ohne Leitung. Die Situation variiert je nach Schulform: Gymnasien sind vergleichsweise gut mit Schulleitungen versorgt, an Förderschulen fehlen hingegen besonders viele. Man arbeite daran, versichert die Landesregierung. "Wir entwickeln derzeit ein eigenständiges Berufsbild Schulleitung, um die Schulleitungen bei ihrer anspruchsvollen Arbeit zu stärken", sagte Kultusminister Tonne. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Kultusministerium und Schulverbänden soll ein entsprechendes Konzept entwickeln. Voraussichtlich im Sommer 2020 werde es vorliegen.

Tonne: Rahmenbedingungen verbessern

"Es ist insbesondere an kleineren Schulen in ländlichen Regionen schwieriger, Schulleitungsstellen zu besetzen", so der Minister. Auch er will die Rahmenbedingungen verbessern. Die Arbeit solle attraktiver, die Erst- und die Weiterqualifizierung von Schulleitungen verbessert werden. Das Kultusministerium verweist darauf, dass Grundschulleitungen bereits 2018 von Verwaltungsarbeit entlastet worden sein. Zudem sei die Besoldung der Leitung von kleinen Grundschulen erhöht worden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.12.2019 | 11:00 Uhr

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