Stand: 27.06.2020 17:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Neuer Bußgeldkatalog: Mehr Fahrverbote seit Mai

In Hannover steht neben einer Straße ein Blitzer als Geschwindigkeitskontrolle. © NDR Foto: Julius Matuschik
Zu schnell unterwegs und geblitzt - das hat jetzt viel öfter als früher ein Fahrverbot zur Folge. (Themenbild)

Die neue Straßenverkehrsordnung wird in Niedersachsens Städten wahrscheinlich mehr Fahrverbote nach sich ziehen. So rechnet die Stadt Hannover damit, dass im Mai im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so viele Verfahren eingeleitet wurden, die ein Fahrverbot zur Folge haben werden: Bei 600 sogenannten Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren - überwiegend wegen zu hoher Geschwindigkeit - kommt es in in etwa 500 Fällen tatsächlich zum Führerscheinentzug, so die Schätzung. 2019 waren es noch 189 Bußgeldbescheide mit Fahrverbot. Die Anzahl der Kontrollen sei nicht verändert worden, so die Stadt.

"Neuer Bußgeldkatalog zeigt Wirkung"

Der neue Bußgeldkatalog zeige Wirkung, sagte auch ein Sprecher der Stadt Oldenburg. Dort könnten 4.716 Geschwindigkeitsverstöße im Mai 94 Fahrverbote ergeben. Zum Vergleich: Im Mai 2019 gab es laut Stadt nur ein Fahrverbot bei 3.795 Geschwindigkeitsübertretungen.

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Braunschweig bewertet Zahlen erst später

In Braunschweig sollen die Auswirkungen des neuen Bußgeldkatalogs erst in einigen Monaten bewertet werden, so die Stadt. Im Mai 2020 wurden 206 Geschwindigkeitsverstöße registriert - dabei könnte es in einem Fall zum Fahrverbot kommen. Die Statistik in Emden: Im Mai wurden 48 Verfahren eingeleitet, bei denen ein Fahrverbot die Folge sein könnte. Ein Jahr zuvor wurde bei 25 Verfahren ein Fahrverbot angeordnet.

Welche Rolle spielte Corona?

Ob auch die weniger vollen Straßen während der Corona-Pandemie eine Rolle gespielt haben, ist noch unklar: Die Fallzahlen der stationären Überwachung in den Monaten Januar und Februar seien deutlich höher als von März bis Mai - dabei wurde allerdings nicht die Anzahl der Fahrzeuge auf den Straßen ins Verhältnis gesetzt, heißt es von der Stadt Osnabrück.

Ein Monat Fahrverbot droht schon bei 21 km/h zu viel

Ende April waren die Änderungen der Straßenverkehrsordnung in Kraft getreten. Seitdem droht ein Monat Fahrverbot, wenn Fahrer innerorts 21 Kilometer pro Stunde oder außerorts 26 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.06.2020 | 08:00 Uhr

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