Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) © Jens Büttner/dpa Foto: Jens Büttner

Lies: Müssen mit dauerhaftem Gasstopp aus Russland rechnen

Stand: 14.07.2022 11:12 Uhr

Die Gaspipeline Nord Stream 1 wird seit Montag gewartet. Die Arbeiten sollen noch bis Mittwoch dauern. Allerdings zweifeln viele Politiker daran, dass Russland die Lieferung danach wieder aufnimmt.

"Wir müssen damit rechnen, dass nach Ende der Wartungsarbeiten gar kein Gas mehr aus Russland kommt", sagte Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auf dieses Szenario müsse man sich vorbereiten. Sollte Russland nach dem Ende der Arbeiten doch wieder Gas liefern, werde es dafür genutzt, die Gasspeicher für den kommenden Winter aufzufüllen, so Lies. Darauf verlassen dürfe man sich aber nicht. "Deutschland darf sich nicht weiter abhängig von der Willkür eines Despoten im Kreml machen", betonte Lies.

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In Russland und dem Unternehmen Gazprom sieht der Energieminister keine zuverlässigen Geschäftspartner mehr. Vertrauen und Berechenbarkeit seien die Grundprinzipien guter Zusammenarbeit. "Das sehe ich derzeit an keiner Stelle", sagte Lies der Zeitung. Um möglichst schnell unabhängig von russischem Gas zu werden, rief der Minister zu gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen auf. Als Beispiele nannte er den Ausbau erneuerbarer Energien, die Fertigstellung von LNG-Terminals und das Sparen von Gas. So könne der durchschnittliche Haushalt 20 Prozent seines Gasverbrauchs reduzieren. "Jeder sollte prüfen, was er leisten kann, jeder muss seinen Teil beitragen", so Lies. Das gelte auch für die Industrie und die Verwaltungen. Auch das Land Niedersachsen arbeite "unter Hochdruck" daran, wie in seinen eigenen Gebäuden Energie gespart werden könne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.07.2022 | 07:00 Uhr

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