Blick in einen Sektionsraum für Obduktionen. © picture alliance/dpa/Christian Charisius Foto: Christian Charisius

Krankheitsausfälle behindern Rechtsmedizin in Niedersachsen

Stand: 21.04.2022 17:17 Uhr

Obduktionen dauern in Niedersachsen derzeit länger - ein Grund: Wegen der Corona-Pandemie herrscht in der Rechtsmedizin ausgesprochene Personalknappheit.

"Wir haben derzeit in Hannover und vor allem in Oldenburg ganz viele Krankenstände plus Menschen, die derzeit in Urlaub sind", sagte der Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover, Michael Klintschar. Der Grund für den Krankenstand seien die hohen Corona-Inzidenzzahlen. Als Folge müssten die Obduktionsaufträge der Staatsanwaltschaften daher nach Dringlichkeit gewichtetet werden, sagte der Mediziner.

"Dringende Fälle werden nach wie vor gemacht"

"Wirklich dringende Fälle, etwa bei einem Mord, werden nach wie vor gemacht", erklärte Klintschar. Weniger dringende Fälle müssten aber durchaus ein paar Tage warten: "Wir müssen unsere wenigen Ressourcen, die wir jetzt haben, priorisieren." Er hoffe aber, dass sich die Personalsituation in der kommenden Woche wieder entspanne.

Personalmangel auch bei den Präparatoren

Problematisch sei derzeit nicht nur der Krankenstand bei den Ärzten, sondern vor allem bei den Sektionspräparatoren, sagte Klintschar. "Ärzte haben wir von der Zahl her relativ viele, aber Präparatoren haben wir nur vier, und von diesen vieren ist nur ein einziger da." Präparatoren werden etwa bei Autopsien eingesetzt und entnehmen und konservieren zum Beispiel Organe.

Insgesamt hat das Institut mit Standorten in Hannover und Oldenburg nach eigenen Angaben 45 Mitarbeiter.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.04.2022 | 08:30 Uhr

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