Stand: 20.07.2020 11:14 Uhr

Hochwasser 2017: Land hilft mit 20 Millionen Euro

Hochwasser steht am in Rhüden am Harz bis an das Fensterbrett eines Hauses. © dpa - Bildfunk Foto: Silas Stein
Land unter in Rhüden: Das Hochwasser 2017 richtete erheblichen Schaden an. (Archiv)

Nach dem verheerenden Hochwasser im Harz und Südniedersachsen vor etwa drei Jahren sind bislang knapp 20 Millionen Euro an Hilfen geflossen. Die Investitions- und Förderbank Niedersachsen hat etwa 8,5 Millionen Euro an private Haushalte ausgezahlt - damit wurden beispielsweise Heizungen, Waschmaschinen und Trockner ersetzt. Für die Wiederherstellung der Infrastruktur stellte die landeseigene NBank den Kommunen darüber hinaus bisher rund 10,7 Millionen Euro zur Verfügung, wie ein Bank-Sprecher sagte. Es könnten noch weitere Gelder fließen, weil noch nicht alle Projekte abgeschlossen sind.

Dreimal mehr Niederschlag als üblich

In der zweiten Juli-Hälfte 2017 hatte tagelanger Regen zunächst im Harz viele Flüsse über die Ufer treten lassen. Schnell waren viele Straßen unpassierbar, Keller liefen voll. In manchen Orten fiel fast dreimal so viel Niederschlag wie üblich. Im weiteren Verlauf waren auch die Region Hannover sowie das Gebiet um Hildesheim von dem Hochwasser betroffen. Der Pegelstand der Innerste in Hildesheim stieg um mehr als vier Meter und verursachte einen Millionenschaden in der Stadt.

Goslar sehr stark betroffen

Besonders hart traf das Hochwasser Stadt und Landkreis Goslar. Am 26. Juli 2017 rief der Landkreis Katastrophenalarm aus. In der Stadt Goslar verwandelte sich die Abzucht, ein kleiner Nebenfluss der Oker, in einen reißenden Fluss, der sich seinen Weg um die Marktkirche und durch die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Altstadt bahnte. Die Schäden wurden auf knapp zehn Millionen Euro geschätzt und sind noch immer nicht alle behoben. Unter anderem ist der Moritz-von-Sachsen-Platz noch nicht wieder instand gesetzt worden.

Künstliche Intelligenz und Talsperre zum Schutz vor Hochwasser

"Dieses Hochwasser gehört zu den heftigsten Dingen meiner Amtszeit", sagte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Aufgrund der enormen Geschwindigkeit habe man damals "innerhalb von zwei Minuten" Entscheidungen treffen müssen. Die Stadt arbeitet nun daran, den Hochwasserschutz grundlegend zu verbessern. So läuft beispielsweise ein Projekt, bei dem mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Hochwasser wie 2017 besser prognostiziert werden können. Junk plädiert zudem dafür, vor den Toren der Stadt eine neue kleine Talsperre zur Regulierung der Abzucht zu bauen. "So etwas ist immer am wirksamsten", sagte er.

"Allianz gegen Hochwasser" plant Rückhaltebecken

Mit der Frage, wie der Hochwasserschutz im Harzvorland verbessert werden kann, beschäftigt sich auch eine als "Allianz gegen Hochwasser" gegründete Initiative von Städten und Landkreisen in der Region. Die Zusammenarbeit der Kreise Hildesheim und Goslar sowie der Städte Hildesheim und Salzgitter war kurz nach dem Hochwasser ins Leben gerufen worden. Inzwischen wird der Bau von neun Rückhalteprojekten geplant. Das Land Niedersachsen stellt dafür in den kommenden fünf Jahren bis zu 15 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kommunen steuern knapp vier Millionen Euro bei. Das Land hat aufgrund der dramatischen Lage vor drei Jahren ein Sondervermögen zum Hochwasserschutz geschaffen, das 27 Millionen Euro umfasst.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 20.07.2020 | 08:00 Uhr

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