Stand: 21.11.2018 14:59 Uhr

Häusliche Gewalt: 11.600 Fälle in Niedersachsen

Vor ziemlich genau zwei Jahren hat ein Mann in Hameln erst auf seine Ex-Frau eingestochen und sie dann mit einem Seil an die Anhängerkupplung seines Autos gebunden und durch die Stadt geschleift. Die junge Frau hat überlebt. Nicht überlebt haben im vergangenen Jahr deutschlandweit laut Bundesfamilienministerium 147 Frauen, die von ihrem Mann getötet worden sind. Diese Zahlen hat das Bundesfamilienministerium am Dienstag veröffentlicht. In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr etwa 11.600 Fälle häuslicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen bekannt geworden. Im Jahr 2013 waren es noch knapp 1.300 Fälle weniger, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Das Risiko für die Frau einschätzen

Nach Ansicht von Polizeihauptkommissarin Monika Holtkamp liegt das auch an der gestiegenen Bereitschaft der Frauen, diese Fälle anzuzeigen. Monika Holtkamp arbeitet bei der Polizei Osnabrück in einem Präventionsteam gegen häusliche Gewalt. Ein weiteres Team gibt es nach Auskunft des Familienministeriums in Braunschweig. Holtkamp und ihre Kollegen versuchen anhand konkreter Fragen wie "Besitzt der Gefährder eine Waffe?" oder "Hat er angedroht, sie zu töten?" einzuschätzen, wie hoch das Risiko für Leib und Leben der Frau ist.

Frauenhäuser klagen über zu wenige Plätze

Je nach Gefahrenlage beteiligt das Präventionsteam verschiedene Institutionen, darunter ein Frauenhaus, die Opferhilfe, die Staatsanwaltschaft, die Täterberatung und das Jugendamt, um das Leben der Frau zu schützen. Es gibt in Niedersachsen aktuell 41 Frauenhäuser, in denen Betroffene und ihre Kinder unterkommen können. Die klagen aber über fehlende Plätze.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.11.2018 | 08:00 Uhr

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