Stand: 20.05.2020 14:16 Uhr

Zahl der Drogendelikte in MV auf neuem Höchststand

Wall Street Market © NDR/ARD Foto: Screenshot
Rauschgift-Delikte würden sich zunehmend von der Straße ins Darknet verlagern, so das LKA (Symbolbild).

In Mecklenburg-Vorpommern sind im vergangenen Jahr so viele Rauschgiftstraftaten entdeckt worden, wie nie. Das Landeskriminalamt verzeichnete einen Anstieg der Drogendelikte um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Anteil an Gesamtkriminalität steigt ebenfalls

Die Zahl der aufgedeckten Drogenvergehen im Jahr 2019 lag mit über 8.300 Fällen weit über den rund 6.700 Fällen im Jahr 2018. Damit ist ein erneut ein neuer Höchststand seit Beginn der Erfassung dieser Delikte erreicht. Auch der Anteil von Rauschgiftdelikten an der Gesamtkriminalität hat zugenommen - von 6,1 Prozent auf 7,5 Prozent innerhalb eines Jahres.

Hauptdrogen sind Cannabis und Amphetamine

Hauptdroge bleibt mit einem Anteil von 60 Prozent an allen entdeckten Verstößen weiter Cannabis, gefolgt von Amphetaminen. Die meisten Drogendelikte verzeichnete das LKA im Landkreis Vorpommern Rügen sowie im Landkreis Rostock. In beiden Kreisen ist die Zahl der entdeckten Straftaten mit 60 beziehungsweise 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr besonders stark angestiegen. Aber auch in Nordwestmecklenburg, Rostock und Schwerin gab es mehr Rauschgiftdelikte als im landesweiten Durchschnitt.

Drogenverkauf verlagert sich ins Darknet

Insgesamt verzeichnet das LKA, dass Drogen weniger auf offener Straße verkauft werden. Vielmehr habe sich der Drogenhandel ins Darknet - den anonymen und schwer zugänglichen Teil des Internets - verlagert. Weil Drogendelikte jedoch eher zufällig entdeckt werden, geht das LKA davon aus, dass die Dunkelziffer der Rauschgift-Kriminalität in MV noch deutlich höher liegt.

Weitere Informationen
Ein Tatverdächtiger mit Balken vor dem Gesicht steht vor einem Cyberbunker. © NDR/ARD Foto: Screenshot

Enttarnt: Die Drogenbarone aus dem Nato-Bunker

Tausende Straftaten wurden offenbar über Server in einem Ex-NATO-Bunker an der Mosel begangen. NDR und "Spiegel" haben umfassende Einblicke in die Ermittlungen erhalten. mehr

Hanfpflanze mit Knospen. © Pier 53/NDR

Warum Cannabis für Jugendliche so gefährlich ist

Kiffen sei nicht so schlimm wie Alkohol, behaupten Cannabis-Lobbyisten gern. Aber welche Folgen hat der Konsum der vermeintlich weichen Droge gerade für Jugendliche? mehr

Ein Joint liegt auf einem Cannabisblatt.  Foto: CHROMORANGE / Christian Ohde

Unterschätzte Gefahr: Legale und illegale Drogen

Etwa 1.300 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen illegalen Drogenkonsums. Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Alkoholismus und Tabaksucht sterben, ist um ein Vielfaches höher. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.05.2020 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Ein Junge schnupft sich aus. © Colourbox Foto: lovleah

Ab Montag: PCR-Test erforderlich bei Schnupfen in Schule und Kita

MV verschärft die Test-Regelungen für Schulen und Kitas. Das stößt auf Kritik. Sozialministerin Drese habe sich "vergaloppiert", heißt es von der CDU. mehr