Ein Wildschwein läuft auf Waldboden. © dpa Foto: Fredrik von Erichsen

Weiterer bestätigter Fall der ASP in Ludwigslust-Parchim

Stand: 22.11.2021 13:42 Uhr

Nach Informationen von NDR 1 Radio MV wurde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in der Nähe der Gemeinde Redlin ein sechstes Wildschwein positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet.

Die Afrikanische Schweinepest ist in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Vormarsch. Das Landesforst und Veterinäramt versuchen, die für Schweine hoch ansteckende Seuche unter Kontrolle zu bekommen. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurden nun insgesamt sechs Fälle nachgewiesen.

Neuer Fall bei Redlin

Das neu entdeckte Wildschwein war bei Redlin an der Grenze zu Brandenburg von einem Auto angefahren worden und verendet. Der Fundort liegt außerhalb des bisherigen Sperrgebiets, südlich der A24. Deswegen muss der aufgestellte 40 Kilometer lange Elektrozaun um weitere 30 Kilometer erweitert werden. Das Gebiet greift dann über die Ländergrenze nach Brandenburg.

Technische Unterstützung aus der Luft

Für einen vollständigen Überblick zur Lage setzt der Landkreis Ludwigslust-Parchim auf technische Unterstützung aus der Luft. Das Gebiet wird mit Drohnen des Landesforstes und einem Hubschrauber der Landespolizei abgesucht, so der Sprecher des Landkreises Andreas Bonin.

Auflagen für Schweinehalter

Im gefährdeten Gebiet zwischen Möllenbeck, Parchim, Siggelkow und Ziegendorf befinden sich rund 100 Betriebe. Darunter Schweine-Mastbetriebe und Schweine-Züchter. Für sie hat der Landkreis letzte Woche eine neue Allgemeinverfügung herausgegeben. Laut Bonin gebe es zurzeit Auflagen für Schweinehalter in der Region. Sie dürfen nicht oder nur eingeschränkt Tiere verbringen oder verarbeiten. Diese müssen außerdem in ihren Ställen bleiben.

Probleme für die Schlachtindustrie

Mit den Konsequenzen haben vor allem Betriebe zu kämpfen, die ihre schlachtreifen Schweine jetzt nicht mehr zum Schlachthof transportieren können, so Jörg Brüggemann, Schweineexperte bei der LMS Agrarberatung. Ein anderes Problem sei die Vermarktung. Die Schlachtindustrie habe häufig das Problem, das Fleisch aus gefährdeten Gebieten zu verkaufen.

Für die Schweinezüchter in Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das Auftreten der ASP eine neue Eskalations-Stufe. Die Stimmung sei ohnehin schon gedrückt, so Robert Langas vom Hybrid Schweinezucht-Verband. Es müsse eine Bejagung im Schwarzwildbestand stattfinden. Das sei laut Langas allerdings schwer umsetzbar.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 22.11.2021 | 14:00 Uhr

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