Stand: 27.09.2019 06:00 Uhr

Wahlumfrage: SPD muss um Spitzenplatz fürchten

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

In Mecklenburg-Vorpommern verliert die SPD in der Gunst der Wähler und muss um ihre Rolle als politische Nummer 1 fürchten. Die Sozialdemokraten liegen nur noch knapp vor CDU und AfD. Das geht aus einer Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag von NDR 1 Radio MV, dem NDR Nordmagazin und der "Ostsee-Zeitung" hervor. Wenn an diesem Sonntag Landtagswahl wäre, käme die Regierungspartei auf 22 Prozent, das sind knapp 9 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl vor drei Jahren. Die nächste Landtagswahl ist im September 2021.

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Größter Gewinner der Befragung sind die Grünen

Die SPD unter ihrer Landesvorsitzenden, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, bliebe damit zwar stärkste politische Kraft, der Abstand zum Koalitionspartner CDU schrumpft aber auf einen Prozentpunkt. Die Union käme mit ihrem Partei- und Fraktionsvorsitzenden Vincent Kokert auf 21 Prozent, das ist ein leichtes Zwei-Prozent-Plus im Vergleich zur Wahl 2016. Die CDU könnte diesen zweiten Platz nur knapp vor der AfD behaupten, die kommt laut Forsa-Umfrage auf 20 Prozent. Das entspricht ihrem Ergebnis der vergangenen Landtagswahl. Die Linke würde mit 12 Prozent leicht verlieren. Größter Gewinner sind nach der Befragung die Grünen. Sie klettern auf 12 Prozent, das sind gut sieben Punkte mehr als 2016. Damals verpassten sie mit 4,8 Prozent knapp den Wiedereinzug in den Landtag. Die FDP wäre mit 5 Prozent weiter ein deutlicher Wackelkandidat.

Bild der Wahlumfrage in MV

Wahlumfrage: Wie würde MV wählen?

Nordmagazin -

Laut einer Forsa-Wahlumfrage von NDR und "Ostsee-Zeitung" muss die SPD sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene um ihre Position fürchten, während die Grünen stark zulegen.

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Rot-schwarz-Grün oder Rot-rot-Grün?

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Eine Mehrheitsbildung könnte bei solchen Ergebnissen kritisch werden, sagt Politikwissenschaftler Wolfgang Muno.

Eine Regierungsbildung wäre in dieser Konstellation schwierig. Die rot-schwarze Landesregierung würde ihre Mehrheit einbüßen und könnte nicht weiter regieren. "Das bedeutet, dass eine Mehrheitsbildung kritisch werden könnte", sagt der Rostocker Professor für Politikwissenschaftlen Wolfgang Muno. Auch in Mecklenburg-Vorpommern seien demnach Dreier-Bündnisse wie in anderen Bundesländern wahrscheinlich. "Aber es ist noch Zeit bis zur nächsten Wahl, wenn SPD und CDU zulegen, könnte das anders aussehen." Rechnerisch und politisch am wahrscheinlichsten wäre laut aktueller Umfrage eine rot-schwarz-grüne oder eine rot-rot-grüne Koalition. Das Bündnis aus SPD, Linken oder Grünen hätte aber keine eindeutige Mehrheit, wenn die FDP den Einzug in den Landtag schafft. Politikwissenschaftler Muno sieht die SPD im Nordosten dennoch in einer Art Ausnahmesituation: "Die Sozialdemokraten sind in Mecklenburg-Vorpommern noch immer besser positioniert als im Bund oder in anderen Bundesländern."

Geschwächte Bundes-SPD in MV-Befragung sichtbar

Ein komplett anderes Bild ergibt sich bei der Frage nach der Wähler-Entscheidung im Falle einer Bundestagswahl. Hier liegt die CDU als "Merkel-Partei" in Mecklenburg-Vorpommern deutlich vorn. Sie käme auf immerhin 28 Prozent, das wären aber gut fünf Punkte weniger als bei der Wahl 2017. Als zweitstärkste Kraft käme die AfD ins Ziel, laut Umfrage holt sie 21 Prozent, etwas mehr als vor zwei Jahren. Linke und Grüne liegen mit jeweils 14 Prozent gleichauf. Die eklatante Schwäche der Bundes-SPD würde sich auch in Mecklenburg-Vorpommern widerspiegeln. Die Sozialdemokraten sind mit zehn Prozent nur noch knapp zweistellig und rutschen erstmals in einer Umfrage auf Platz fünf ab. Die FDP könnte mit sechs Prozent rechnen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.09.2019 | 06:00 Uhr

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