Stand: 23.04.2019 04:58 Uhr

Vielen Tagesmüttern in MV droht Altersarmut

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Tagesmütter fühlen sich in besonderem Maße von Altersarmut bedroht. (Archivbild)

Jeder Dritte in Mecklenburg-Vorpommern ist laut einer Statistik der Armutskonferenz von Altersarmut bedroht. Eine Berufsgruppe, die das besonders betrifft, ist die der Tagesmütter. Mecklenburg-Vorpommern bekommt zwar ein neues Kitagesetz, aber die Tagesmütter fühlen sich keineswegs besser behandelt. Im Gegenteil: Ihre Arbeit sei unterbezahlt und zu wenig wertgeschätzt, sagen sie. 40 Tagesmütter im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben ihren Beruf in den vergangenen drei Jahren aufgegeben. Nun haben sich rund 15 Tagesmütter mit dem Jugendhilfeauschuss des Kreises getroffen, um nach Lösungen zu suchen.

Einkommen im Mindestlohn-Bereich als Minimalforderung

Der einzige Tagesvater innerhalb der Gruppe - Mario Radfeld aus Röbel - ist zugleich deren Sprecher. Er und seine Kolleginnen wollen wenigstens ein Einkommen im Mindestlohn-Bereich: "Schöner wäre natürlich an den Tarif angepasst, um zu gucken, wo stehen wir eigentlich. Wir werden ja auch noch versteuert und müssen von dem Rest letztendlich die Rente bezahlen."

Klare Regelungen auf Landes- und Bundesebene gefordert

420 Euro erhalten Tagesmütter im Kreis Mecklenburgische Seenplatte im Monat für jedes betreute Kind. Per Überschlagsrechnung ergibt das einen Stundenlohn um die 9 Euro. "Die Lösung wäre es, wenn wir klare landes- und bundesgesetzliche Regelungen hätten, die den Status der Tagespflegepersonen konkretisieren: also sind sie Selbständige oder angestellte Leistungserbringer? Solange die Landkreise selbst entscheiden liegt es im Ermessen, was lassen die Landesmittel zu", sagt die Leiterin des Jugendamtes des Landkreises, Anja Zörner.

Schwesig für höhere Grundrente

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verwies auf Anfrage darauf, dass das Land alle Kinder gleich behandle, egal ob sie in eine Kita gehen oder von Tagesmüttern betreut werden. Mit Blick auf die Rente hatte Schwesig mehrfach erklärt, dass sie dafür sei, dass jeder in Deutschland, der 35 Jahre oder mehr gearbeitet habe, eine höhere Grundrente erhalte. Das Problem der Tagesmütter sei damit aber nicht gelöst, heißt es von den Betroffenen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.04.2019 | 12:00 Uhr

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