Stand: 26.02.2018 18:42 Uhr

Viel Schnee - wenig Verkehrsprobleme

Schneefall und Minusgrade haben in Mecklenburg-Vorpommern zum Wochenstart für glatte Straßen und Behinderungen im Berufsverkehr gesorgt. Insgesamt ist es laut Polizei auf den Straßen im Land aber recht ruhig geblieben. Die Situation sei nicht vergleichbar mit dem Wintereinbruch vor einigen Wochen, erklärte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock. Auch ein Sprecher des Präsidiums Neubrandenburg sagte, dass es "unerwartet ruhig" geblieben sei.

Mehrere Verletzte

Auf der Bundesstraße 5 westlich von Ludwigslust sind am Vormittag allerdings vier Personen verletzt worden, als zwei Autos zusammenstießen, sagte die Polizeisprecherin. Dabei seien zwei Personen schwer verletzt worden, von denen eine in eine Hamburger Spezialklinik geflogen worden sei. Auf der A 19 bei Röbel verlor eine junge Frau beim Überholen die Kontrolle über ihren Wagen und wurde schwer verletzt.

Viele Blechschäden bei Lübeck

Schon in den Morgenstunden war es zu einer Reihe von Unfällen gekommen. Besonders betroffen war der Raum Lübeck - dort gab es laut Polizei innerhalb weniger Stunden etwa einhundert Unfälle. Verletzt wurde niemand. Starkes Schneetreiben behinderte die Sicht auch auf den Autobahnen. Im Lauf des Montags wurden aus sämtlichen Landesteilen Unfälle gemeldet, meist blieb es bei Blechschäden. Die Strecke zwischen Karow und Prora war über vier Stunden zeitweise gesperrt, dort musste ein 40-Tonner aus dem Graben gezogen werden.

Mehrere Verletzte bei Unfällen am Sonntag

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Die Wagen bei einem Händler in Rehna sind am Montagmorgen dick in Schnee gepackt.

Bereits am Sonntag kam es zu mehreren witterungsbedingten Unfällen. Drei Verletzte gab es laut Polizei bei einem Unfall auf der Autobahn 20 zwischen den Anschlussstellen Friedland und Strasburg. Drei Autos waren daran beteiligt, nachdem zwei Pkw wegen der Glätte ins Schleudern geraten waren. Ein 39-jähriger Autofahrer wurde schwer verletzt, eine Mutter und ihre Tochter leicht. Der Schaden wird auf 100.000 Euro beziffert. Innerhalb kürzester Zeit ereigneten sich in diesem Bereich drei weitere Unfälle.

Erst Schnee, dann strenger Frost, dann milde Temperaturen

In den kommenden Tagen bestimmen Kälte und Schnee das Wetter in Mecklenburg-Vorpommern, ehe es zum Wochenende wieder milder werden soll. Insbesondere die Küstenregionen müssen sich auf ergiebige Schneefälle einstellen. Ursache dafür ist der "Lake-Effekt", der - vereinfacht gesagt - eintritt, wenn kalte Winde über große Flächen mit warmem Wasser strömen. Dabei bilden sich über der See Schauer, die an der Küste als Schnee niedergehen können.

Rügen: "Potenzial für 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee"

Die Kälte kommt mit einer Ost-Nordost-Strömung aus Sibirien. Stefan Kreibohm vom NDR Wetterstudio Hiddensee schloss nicht aus, dass es insbesondere an der Küste und auf Rügen zu hohen Schneeverwehungen kommen kann: "Das Potenzial ist da für 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee." Diese Schneemengen könnten sich jedoch auf mehrere Tage verteilen. "Ich gehe davon aus, dass man an den einen oder anderen Ort schwer hinkommt", so Kreibohm. Mit dramatischen Situationen rechne er allerdings nicht.

Winterimpressionen aus Mecklenburg-Vorpommern

In MV zweistellige Minusgrade

Zur Wochenmitte hin erwarten die Meteorologen die tiefsten Werte in Mecklenburg-Vorpommern. Die Nacht zum Montag brachte dem Nordosten bereits teils zweistellige Minusgrade. Minus elf Grad wurden etwa in Wismar, Neustrelitz und Rattey (beide Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gemessen.

Scharfer Ostwind

Im ungeschützten Freien werde sich die Luft noch deutlich kälter anfühlen als auf dem Thermometer angezeigt, meint Frank Böttcher vom Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IWK). Denn die Kälte komme mit einem scharfen Ostwind zu uns. "Minus 5 Grad kann sich dann anfühlen wie minus 10 Grad." Der Meteorologe warnte davor, zurzeit schon zugefrorene Gewässer zu betreten: "Die Eisdecke ist noch zu dünn. Ab Mitte der Woche könnte aber das Schlittschuhlaufen auf einigen kleineren Gewässern schon möglich sein."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.02.2018 | 12:00 Uhr

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