Stand: 18.09.2018 14:39 Uhr

Usedom: Startschuss für Bau des Swine-Tunnels

Swinemünde erhofft sich von dem Tunnel-Projekt weitere wirtschaftliche Impulse. (Archivbild)

In Swinemünde auf dem polnischen Teil Usedoms ist der Startschuss zum Bau des Swine-Tunnels erfolgt. Unter freiem Himmel und im Beisein des polnischen Premiers Mateusz Morawiecki unterzeichnete der Swinemünder Stadtpräsident den Vertrag zum Bau des ersten Tunnels, der Usedom mit der Insel Wollin und dem polnischen Festland verbinden soll.

Drei Kilometer langer Tunnel unter der Swine

Der Tunnel soll am Ende eine Gesamtlänge von drei Kilometern haben. Davon werden knapp anderthalb Kilometer des Swinetunnels unter Wasser liegen, wie Anna Prejzner aus dem Büro des Stadtpräsidenten mitteilte. Bis 2022 soll der Tunnel fertig sein.

Infografik von der Bebauung in Swinemünde.

Swinemünde im Aufschwung

Nordmagazin -

Hinter den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck kommt man fast unbemerkt nach Swinemünde in Polen. Auffällig sind dort vor allem die vielen Bauaktivitäten.

4,43 bei 14 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Österreichisches Konsortium kommt zum Zug

Zunächst hieß es, die Unternehmensgruppe Astaldi werde den Tunnel bauen. Doch kurz vor der Vertragsunterzeichnung habe die Gruppe abgesagt, erklärte Prejzner. Deshalb sei das Konsortium um die österreichische Porr AG nachgerückt. Sie hatte in der Ausschreibung an zweiter Stelle gestanden.

Florierende Stadt

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich laut Prejzner auf rund 212 Millionen Euro. Davon kommen 85 Prozent aus EU-Töpfen. Den Rest zahlt die Stadt Swinemünde. Das Geld kommt unter anderem aus den Steuereinnahmen durch den neuen Gashafen. Denn die 41.000-Einwohner-Stadt direkt an der Grenze zu Deutschland floriert und hat kräftig in ihre Infrastruktur investiert: Ein Flüssiggas-Terminal wurde kürzlich in Betrieb genommen, im Kurviertel entstehen moderne Hotels und der Übersee-Hafen soll in naher Zukunft vergrößert werden.

Swine trennt Usedom von Wollin

Swinemünde erstreckt sich über den östlichen Teil der Insel Usedom und über die Inseln Wollin und Kaseburg. Usedom und Wollin sind durch die Swine, einen Meeresarm der Ostsee, getrennt. Der Verkehr zwischen den Inseln erfolgt bislang über Fähren. Gerade im Sommer führt das zu langen Staus. Knapp 80 Prozent der Einwohner der Stadt wohnen auf der Insel Usedom. Dort befinden sich auch die Verwaltungszentren und touristischen Einrichtungen.

Verkehrszunahme auch auf deutschem Inselteil befürchtet

Das ambitionierte Verkehrsprojekt ist nicht unumstritten. So wird im deutschen Teil der Insel eine deutliche Zunahme des Verkehrs erwartet. Verkehrsplaner errechneten im Auftrag des Landes bis 2030 eine Zunahme des Gesamtverkehrs auf Usedom um 13 und des Schwerlastverkehrs um 32 Prozent - unabhängig vom Tunnelbau.

Revitalisierung der südlichen Eisenbahnanbindung nach Usedom?

Der Schwerlastanteil könnte laut Studie sogar um 45 Prozent zunehmen, wenn zusätzlich zum Bau des Tunnels die Tonnage-Begrenzung für Lastwagen am Grenzübergang Garz (bislang 7,5 Tonnen) aufgehoben und die B110 ausgebaut werden würde. Das Verkehrsministerium in Schwerin hält die Tonnage-Begrenzung für rechtssicher. Allerdings gibt es auf Usedom inzwischen Forderungen, die B 110 auszubauen.

"Wir befürchten, dass damit die Tonnage-Begrenzung kippen könnte", sagte der SPD-Kommunalpolitiker Günther Jikeli. Er plädierte dafür, nachdem nun Polen Fakten geschaffen habe, die Planungen zur Revitalisierung der südlichen Eisenbahnanbindung nach Usedom zu forcieren. Der Bund hat auf die polnischen Planungen zum Swinetunnel reagiert und durch neue Berechnungen der Verkehrsströme den wirtschaftlichen Nutzen einer Ortsumfahrung bei Zirchow anerkannt.

Weitere Informationen

Studie: Autofähre nach Usedom wäre sinnvoll

Ueckermünde hat erste Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für eine Autofähre vorgestellt. Die Fähre könnte die Stadt am Stettiner Haff in einigen Jahren mit der Insel Usedom verbinden. (22.06.2018) mehr

Neuer Projektpartner für Swinetunnel?

Swinemünde im polnischen Teil der Insel Usedom kann jetzt wieder auf seinen Tunnel hoffen. Nach der Absage einer Italienischen Firma will ein Unternehmen aus Österreich das Projekt übernehmen. (12.08.2018) mehr

Ortsumgehung Zirchow rückt näher

Über Usedom könnte durch den Swinetunnel künftig noch mehr Verkehr rollen. Eine Ortsumgehung in Zirchow könnte deshalb nun per Ausnahmegenehmigung gebaut werden. (05.07.2018) mehr

Swinetunnel: Deutlich mehr Verkehr auf Usedom

Die polnische Stadt Swinemünde plant einen Tunnel unter der Swine. Ein Gutachten des Infrastrukturministeriums erwartet in der Folge deutlich mehr Verkehr auf Usedom. (03.11.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.09.2018 | 16:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:53
Nordmagazin

Wahl in Bayern: Ursachenforschung im Norden

15.10.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
03:15
Nordmagazin

A20 bei Tribsees: Behelfsbrücke wird montiert

15.10.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:10
Nordmagazin

Apfeltag in Zarrentin wirbt für Sortenvielfalt

14.10.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin