Stand: 28.03.2019 15:00 Uhr

Übernimmt der Bund Wolgaster Patrouillenboote?

Bild vergrößern
Wegen des Exportstopps kann die Wolgaster Peene-Werft derzeit keine Patrouillenboote nach Saudi-Arabien ausliefern. (Archivbild)

Der Eigner der Wolgaster Peene-Werft, die Bremer Lürssen-Gruppe, setzt weiter auf einen schnellen Wegfall des Exportverbots nach Saudi-Arabien. Man wolle die Lieferverpflichtungen gegenüber dem saudiarabischen Innenministerium erfüllen, so ein Unternehmenssprecher. Er äußerte sich nicht zu Berichten, nach denen der Bund bereit sein soll, sieben fertiggestellte Schiffe zu übernehmen.

Pläne noch nicht konkret

Man könne über aktuelle Entscheidungsprozesse keine Auskunft geben, so der Lürssen-Sprecher. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerk Deutschland ist der Bund bereit, sechs Patrouillenboote sowie ein Ausbildungsschiff zu übernehmen, falls der Exportstopp nach Saudi-Arabien verlängert wird. Eingesetzt werden sollen die bereits gebauten Boote bei der Bundespolizei, beim Zoll und bei der Marine. Inklusive Umbau wird mit Kosten von bis zu 200 Millionen Euro gerechnet. Eine Bestätigung des Bundesfinanzministeriums liegt bisher nicht vor.

Sorge um Arbeitsplätze

Die Wolgaster Werft verzichtet wegen des Exportsstopps auf den Weiterbau von knapp 20 bereits bestellten Schiffen. Im Februar waren deshalb 90 der rund 300 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt worden. Die Sorge um die Arbeistplätze war Mittwochabend Thema eines Spitzengesprächs zwischen Landesregierung, Gewerkschaften und Werft-Eigner Lürssen in der Schweriner Staatskanzlei. Der Chef der Staatskanzlei, Reinhard Meyer, erklärte, man brauche jetzt eine schnelle und klare Entscheidung der Bundesregierung. Ähnlich äußerte sich der Chef der IG-Metall-Küste Meinhard Geiken: Die Bundesregierung müsse für eine Lösung sorgen, mit der Beschäftigung und Standort langfristig gesichert würden.

Diskussion um Exportstopp-Verlängerung

Erst vor wenigen Tagen hatte sich SPD-Parteichefin Andrea Nahles in ihrer Bundestagsfraktion dafür ausgesprochen, das Rüstungsexport-Verbot nach Saudi-Arabien um weitere sechs Monate zu verlängern, bisher läuft es Ende des Monats ab. Ein Einigungsversuch im Bundessicherheitsrat zwischen CDU und SPD war am Mittwoch gescheitert. Saudi-Arabien führt Krieg gegen den Jemen und gilt wegen der Menschenrechtssituation als ungeeigneter Empfänger von Waffen aus Deutschland.

Weitere Informationen

Rehberg: SPD gefährdet Wolgaster Peene-Werft

21.03.2019 12:00 Uhr

Der Vorstoß der SPD-Chefin Nahles, das Rüstungsexportverbot nach Saudi-Arabien zu verlängern, führt zu Streit in Berlin. CDU-Haushaltsexperte Rehberg warnt vor Folgen für die Peene-Werft in Wolgast. mehr

Weiter Exportstopp: Werft darf Boote nicht liefern

06.03.2019 15:00 Uhr

Die Bundesregierung hat den Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien verlängert. Patrouillenboote der Wolgaster Peene-Werft dürfen damit weiter nicht ausgeliefert werden. Die Werft rechnet mit negativen Folgen. mehr

Peene-Werft in Wolgast: Kurzarbeit beginnt

30.11.2018 17:10 Uhr

Ein Teil der Mitarbeiter der Peene-Werft in Wolgast ist am Sonnabend offiziell in Kurzarbeit gegangen. Betroffen sind nach Informationen von NDR 1 Radio MV zunächst 100 der 300 Beschäftigten. mehr

03:34
Nordmagazin

Rüstungsexporte komplett gestoppt

19.11.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin

Obwohl die Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien komplett gestoppt sind, wird auf der Peenewerft an den vier Patrouillenbooten weitergearbeitet. Ein Gespräch mit Wirtschaftsminister Glawe. Video (03:34 min)

02:43
Nordmagazin

Kurzarbeit auf der Wolgaster Peene-Werft

Nordmagazin

Krisenstimmung auf der Peene-Werft in Wolgast. Weil die Bundesregierung die Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien gestoppt hat, zieht die Lürssen-Geschäftsführung die Reißleine: Kurzarbeit. Video (02:43 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.03.2019 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:44
Nordmagazin
03:33
Nordmagazin