Stand: 04.01.2020 15:39 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Trotz Golf-Krise: Torgelower Soldaten in den Irak

Der Großteil der betroffenen Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern stammt vom Jägerbataillon 413 in Torgelow. (Archivbild)

Die Bundeswehr will in den kommenden Wochen wie geplant Soldaten von Stützpunkten in Mecklenburg-Vorpommern in den Nord-Irak verlegen - trotz des vorübergehenden Ausbildungsstopps infolge der angespannten Sicherheitslage. Wie Oberleutnant Simon Hofmann vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam auf Anfrage von NDR 1 Radio MV erklärte, hält die Bundeswehr an den Plänen fest: "Da wir nicht wissen, wie sich die Situation weiter entwickelt, wird es für die Soldaten erst einmal wie geplant weitergehen. Die Verlegungen der Kameraden werden also durchgeführt - auch der Torgelower Kameraden", so Hofmann.

Rund 70 Soldaten aus MV werden in den Nordirak verlegt

Wie der Bundeswehr-Sprecher weiter sagte, seien die Soldaten gut ausgebildet. "Sie wissen, was sie erwartet." Man sei es nicht zuletzt auch jenen Soldaten schuldig, die dort bereits seit drei oder vier Monaten im Einsatz sind, dass sie nach Hause kommen können, wenn die Ablösungen vor Ort sind. In den kommenden Wochen sollen rund 70 Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern zu ihrem Einsatz in den Nordirak aufbrechen. Sie sind überwiegend in Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) und Hagenow (Kreis Ludwigslust-Parchim) stationiert.

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Bundeswehr setzt Ausbildung im Irak aus

Nach der Tötung eines iranischen Militärführers verschärft die Koalition gegen die Terrormiliz IS ihre Sicherheitsmaßnahmen. Die Bundeswehr setzt vorerst die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte aus. (tagesschau.de) extern

Auftrag: Sicherheitskräfte vor Ort ausbilden

Der Großteil kommt vom Jägerbataillon 413 aus Torgelow. Zu ihren Aufgaben im Kampf gegen die Terrormiliz IS gehört unter anderem die Ausbildung von Sicherheitskräften. Offiziell wurden die Soldaten bereits Anfang Dezember in Torgelow feierlich verabschiedet. Wie ein Sprecher der Bundeswehr auf Anfrage von NDR 1 Radio MV erklärte, beginnt die schubweise Verlegung in den Nordirak jedoch erst in der kommenden Woche.

Einsatz dauert sechs Monate

Dann starten die ersten 30 Soldaten aus Torgelow zu ihrem Einsatz im nordirakischen Erbil. Er soll etwa sechs Monate dauern. Dass sie wegen des vorübergehenden Ausbildungsstopps derzeit ihrer eigentlichen Aufgabe nicht nachgehen können, sieht Hofmann nicht als Problem: "Es ist nicht so, dass alle Soldaten permanent in der Ausbildung gebunden sind." Oft liefen die Ausbildungen blockweise und die Zwischenzeit werde dafür genutzt, um neue Ausbildungen vorzubereiten oder die eigenen Soldaten weiter auszubilden.

Sicherheit der Soldaten steht an oberster Stelle

Die Schutzmaßnahmen der Soldaten im Irak wurden nach Angaben Hofmanns der verschärften Sicherheitslage entsprechend angepasst: "Es ist beispielsweise so, dass die Verlegungen außerhalb der Camps auf ein Minimum reduziert wurden - also Fahrten, die nicht zwingend operativ nötig sind, sind beispielsweise momentan ausgesetzt." Die Sicherheit der Soldaten stehe aber an oberster Stelle, gleichwohl würden die Soldaten stets einer gewissen "Grundgefährdung" unterliegen. "Aber darauf sind die Soldaten vorbereitet. Wir wissen, auf was wir uns einlassen." 

Deutsches Kontingent umfasst insgesamt 415 Soldaten

Das deutsche Kontingent für den internationalen Einsatz gegen den IS ("Counter Daesh") zählt derzeit 415 Männer und Frauen. Es wird von Jordanien aus geführt, dort sind rund 280 Soldaten stationiert sind. Knapp 90 Bundeswehrleute sind im nordirakischen Kurdengebiet im Einsatz, um kurdische Kräfte auszubilden. Ihre Schulungen ruhen nun. Im Militärkomplex Tadschi, 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, sind derzeit 27 Bundeswehrsoldaten für die Ausbildung irakischer Kräfte im Einsatz. Zudem gibt es im Hauptquartier der Anti-IS-Koalition in Bagdad fünf deutsche Soldaten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.01.2020 | 12:00 Uhr

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