Stand: 24.08.2020 17:11 Uhr

Tourismus: Nur halb so viele Gäste wie im Vorjahr

Blick über den menschenleeren Strand von Binz. © NDR Foto: Franziska Husmann
In der ersten Jahreshälfte war der Strand in Binz auf Rügen sehr viel leerer als in den Jahren zuvor.

Die Halbjahres-Bilanz 2020 ist für die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern eine der schlechtesten seit 1990. Wegen der Corona-Pandemie brachen die Gästezahlen und die Übernachtungen so stark wie nie zuvor ein. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Amtes haben von Januar bis Juni dieses Jahres knapp zwei Millionen Gäste rund 7,9 Millionen Übernachtungen in den größeren gewerblichen Tourismusbetrieben des Landes verbracht. Das sind etwa 1,6 Millionen Gästeankünfte (minus 46 Prozent) und 5,6 Millionen Übernachtungen (minus 42 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Die geringsten Übernachtungsrückgänge verzeichneten die Campingplätze mit 18,2 Prozent, die stärksten Verluste hatten Jugendherbergen mit 81,8 Prozent sowie Erholungs- und Ferienheime mit 59 Prozent. Im Juni deutete sich jedoch eine langsame Erholung an, hieß es. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte, Corona habe den Tourismus so hart getroffen wie kaum eine andere Branche. Die Präsidentin des Landes-Tourismusverbandes, Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD), ergänzt, es sei ein Jahr der Extreme und eine sehr schwierige Zeit für viele Betriebe in der Branche.

VIDEO: Corona-Krise sorgt für massive Einbrüche im Tourismus (2 Min)

Fördergelder verhindern Pleitewelle

Nach Angaben des Präsidenten des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) in Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, kämpft das Gastgewerbe im Land nach wie vor ums Überleben. Es liege vor allem an den Finanzhilfen des Bundes und des Landes, dass es bisher keine Pleitewelle gegeben habe. Fast 5.400 Anträge auf Soforthilfe wurden inzwischen bewilligt und 45 Millionen Euro ausgezahlt. Außerdem vergab das Land Kredite - allein im Gastgewerbe in Höhe von rund 36 Millionen Euro an mehr als 720 Betriebe. Glawe, Hesse und Schwarz waren sich einig, dass nun alle Kräfte mobilisiert werden müssten, um die Tourismus-Betriebe für den Herbst und den Winter gut aufzustellen. Einen ersten Schritt dazu könnte die Landesregierung tun, indem sie Tagestouristen ab dem 1. September wieder ins Land lässt.

Einbußen wegen Corona-Einschränkungen

Umsatzstarke Wochen wie rund um Ostern sind im ersten Halbjahr 2020 fast komplett ausgefallen. Auch nach den ersten Corona-Lockerungen durften Hotels nicht alle ihrer Betten belegen, was teilweise zu großem Unmut bei Hoteliers führte. Touristen von außerhalb dürfen bis heute nicht ohne gebuchte Übernachtung nach Mecklenburg-Vorpommern, es sei denn, sie kommen als Busreisende. Im vergangenen Jahr hatte das Mecklenburg-Vorpommern einen Rekord aufgestellt. Laut Tourismusverband wurden etwa 34 Millionen Übernachtungen gebucht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.08.2020 | 16:00 Uhr

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