Eine spielende Katze sitzt auf einem Holzzaun. © dpa picture alliance Foto: BARBARA GINDL

Tierschützer in MV: Zu viele freilaufende Katzen im Land

Stand: 04.10.2020 11:58 Uhr

Der Tierschutzbund in Mecklenburg-Vorpommern fordert, dass Privatleute, die ihren Katzen Freigang gewähren, diese ab einem Alter von sechs Monaten kastrieren, chipen und registrieren lassen müssen.

In Mecklenburg-Vorpommern landen jährlich Tausende Hunde, Katzen,Vögel, Reptilien und andere Haustiere in Heimen und Auffangstationen. 2.000 Mitglieder und zahlreiche Helfer in 26 Tierschutzvereinen kümmern sich im Land ehrenamtlich um deren Versorgung. Derzeit gibt es viel zu viele junge Katzen, die durch die Gegend streunen, heißt es vom Tierschutzbund in MV. Vor allem etwa vier bis fünf Wochen alte Katzenkinder landeten immer wieder in den Tierheimen. Sie seien oft unterernährt und krank und brächten die Tierheime schnell an ihre personellen und finanziellen Grenzen.

Zu viele Katzenbesitzer halten sich nicht an die Regeln

Für die Landeschefin des Tierschutzbundes in MV, Kerstin Lenz, kommen Halter nach wie vor ihrer Verantwortung nicht nach. Seit Jahren wird gefordert, freilaufende Hauskatzen zu kastrieren. Doch viele Menschen würden sich daran nicht halten. Mit einer flächendeckenden Katzenschutzverordnung soll sich das ändern. Unter aktiver Beteiligung der Landkreise und Ordnungsbehörden. Kastration, Kennzeichnung und Registrierung seien der einzig tiergerechte und nachhaltige Weg, um ein Katzenelend zu verhindern und Kosten für Behörden und Tierheime zu verringern.

Kommunen sollen sich stärker an den Kosten beteiligen

Ziel ist es, Katzen ab einem Alter von sechs Monaten kastrieren, chipen und registrieren zu lassen. Basis dafür bildet eine im Juli vom Land verabschiedete Verwaltungsvorschrift. Der sogenannte Fundtiererlass regelt zudem, dass sich Kommunen künftig wesentlich stärker als bisher finanziell an den Kosten der Tierheime beteiligen. Im vergangenen Jahr haben die Heime des Tierschutzbunds im Land rund 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Ein Großteil davon waren Spendengelder.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 04.10.2020 | 08:00 Uhr

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