Stand: 13.06.2018 11:46 Uhr

Theaterpakt erntet breite Zustimmung

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung hat ihre Reformpläne für die Theater in Mecklenburg-Vorpommern aufgegeben und stattdessen mit den betroffenen Kreisen und Kommunen einen Theaterpakt vereinbart. Die Vereinbarungen sollen die kommenden zehn Jahre gelten. Es bestehe Einigkeit darüber, alle vier Mehrspartenhäuser im Land zu erhalten, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach dem sogenannten Theatergipfel in Schwerin. Damit seien Forderungen nach weiteren Theaterfusionen vom Tisch.

Reaktionen der Intendanten überwiegend positiv

Von einem Dogma, das durchbrochen wurde, sprach der Intendant des Theaters Vorpommern, Dirk Löschner. Denn in den vergangenen Jahren hatte das Land seinen Anteil an der Theaterfinanzierung nicht erhöht. Joachim Kümmritz, Intendant in Neustrelitz und Neubrandenburg sowie in Rostock, nannte es ein faires Angebot, dass das Land sich an den Mehrkosten für Tarifsteigerungen mit 55 Prozent beteiligen will.

Linke: Theaterpakt "überfälliger Schritt"

Sein Nachfolger am Volkstheater, Ralph Reichel, sieht den Standort Rostock nicht mehr benachteiligt. Der Theaterpakt biete Lösungen für alle Bühnen im Land. Der Schweriner Theaterchef, Lars Tietje, bewertet es positiv, dass er nun Planungssicherheit für die kommenden zehn Jahre habe. Kritk kam von der Linksfraktion im Landtag - der Theaterpakt sei ein überfälliger Schritt, sagte die Kulturexpertin Eva-Maria Kröger, der große Wurf sei er allerdings auch nicht.

Land erhöht Zuschüsse um zunächst vier Millionen Euro

Das Land will nun seine Zuschüsse an die Theater von 36 Millionen auf 40 Millionen Euro aufstocken. Bereits ab dem kommenden Jahr soll es demnach mehr Geld für die Theater im Land geben. Außerdem wurde eine jährliche Anhebung der Gelder verinbart, eine sogenannte Dynamisierung um 2,5 Prozent. In zehn Jahren liege diese globale Förderung der Theaterlandschaft dann bei deutlich über 50 Millionen Euro. Dazu komme außerdem eine Sonderhilfe für Kosten der kommunalen Träger, die eine tarifliche Entlohnung der Mitarbeiter ermöglichen sollen.

Sechs Jahre lang über Fusionen gestritten

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Aus der Reform wird ein Pakt: Ministerpräsidentin Schwesig teilte mit, dass die Theaterfusionen vom Tisch sind. (Archivbild)

Schwesig hatte zu dem Treffen Landes- und Kommunalpolitiker sowie Theaterintendanten eingeladen, um die ins Stocken geratene Reform-Diskussion wieder in Gang zu bringen. Vor sechs Jahren hatte der damalige Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) eine Theaterreform für Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg gebracht. Ziel dieses Theaterkonzeptes war es, durch Fusionen und Stellenabbau vorrangig Kosten an den verschiedenen Bühnen einzusparen. Erst danach sollte es global mehr Geld für die Theater geben. Neun verschiedene Theatermodelle waren diskutiert und mehrheitlich wieder verworfen worden. Übrig blieb die Fusion der Theater in Schwerin und Parchim.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.06.2018 | 12:00 Uhr

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