Stand: 14.05.2019 18:30 Uhr  - Nordmagazin

Telemedizin-Studie "Herz Effekt" vor dem Aus

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"Herz-Effekt" war zur besseren Versorgung von Herz-Patienten - gerade auf dem Land - gedacht. (Archivbild)

Das Telemedizin-Projekt "Herz Effekt" der Uni-Klinik Rostock steht vor dem Aus. Nach Recherchen des Nordmagazins will der Gemeinsame Bundesausschuss als Geldgeber die Förderung der Studie einstellen. Der 14 Millionen Euro teuren Vorzeige-Studie mangelt es an Teilnehmern. Im Kern geht es darum, angesichts einer geringeren Versorgungsdichte auf dem Land den dortigen Patienten dennoch ein hohes Maß an medizinischer Betreuung zukommen zu lassen und bei Problemen schnell die nötigen Maßnahmen einleiten zu können.

Anhörungsverfahren zur Beendigung des Projektes

Nach über zwei Jahren Laufzeit konnten von erwarteten 3.000 Herz-Patienten nur gut 500 gewonnen werden. Daher wurde jetzt ein Anhörungsverfahren zur Beendigung des Projektes eingeleitet. Es werde geprüft, inwieweit Erkenntnisse der bereits angefangenen Studie gesichert und aufbereitet werden können. Die Mediziner haben Daten wie etwa Blutdruck, Pulswerte und Gewicht von chronisch herzkranken Patienten gesammelt und an ein sogenanntes "Care Center" der Uniklinik gesendet. Ziel der Wissenschaftler ist es, künftig die Zahl der Klinikaufenthalte zu verringern. Das Geld für das Projekt stammt aus dem Innovationsfonds des Bundes.

Studienleiter hofft auf weitere Studienteilnehmer

Wie viel von den 14 Millionen Euro bereits in die Studie geflossen sind, sei noch unklar, teilte der Gemeinsame Bundesausschuss auf Nachfrage mit. Der Leiter der Studie, der Rostocker Professor Christian Schmidt nennt als einen der Gründe dafür die lange Projektprüfung durch das Land. Außerdem sei im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern nur die Hälfte der Praxen digitalisiert und der Breitband-Ausbau gering. Schmidt hofft weiter, wenigstens 1.100 Patienten zu erreichen, um wesentliche Anforderungen der Studie erfüllen zu können.

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Nordmagazin | 14.05.2019 | 20:00 Uhr

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