Stand: 15.01.2019 07:29 Uhr

Sturm legt Schiffswrack auf Rügen frei

Auf der Insel Rügen ist ein Schiffswrack freigespült worden. Sturm und Meer haben die Reste eines Handelsschiffes aus dem 18. Jahrhundert am Strand zwischen Glowe und Juliusruh freigelegt.

Rund 200 Wracks rund um Rügen

Was das Schiff transportiert hat und warum es unterging, ist nicht überliefert. Auch die Einwohner von Glowe haben in der Chronik nichts über ein Schiffsunglück gefunden. Sicher ist nur, dass diese Schiffsart auf der Ostsee zwischen den Baltischen Staaten unterwegs war. Vor Rügen verliefen viel genutzte Handelsrouten und etliche Schiffe sind dort auch gesunken - rund 200 Wracks liegen Schätzungen zufolge rund um Rügen. In der gesamten Ostsee sollen es etwa 3.000 sein.

Wrack war bekannt, aber noch nicht freigelegt

Das Schiffswrack bei Glowe war schon Ende der 1990er Jahre von Archäologen im Wasser entdeckt worden. In den vergangenen Jahren sei das Wrack noch nicht sichtbar gewesen, weil es unterm Sand lag, berichtet Dieter Thomas, Tourismusverein Glowe: "Im letzten Jahr war es auch schon mal freigelegt." Jedoch nicht vollständig. Die Fachleute der Denkmalschutzbehörde entschieden sich gegen eine Bergung. Zu viel Sand hätte mit schwerem Gerät bewegt werden müssen, was zu teuer gewesen wäre. Außerdem sei das Wrack im Wasser gut konserviert.

Vergängliche Attraktion

Diese Annahme geht nun aber nicht mehr auf, denn nicht nur die Natur tobt sich an dem Wrack aus, auch der eine oder andere Mensch hat sich offenbar schon an den alten Planken zu schaffen gemacht. An verschiedenen Stellen sind Spuren von Sägen zu erkennen. Für die Einheimischen ist es bereits eine Attraktion. "Ich denke mal, dass viele sich das angucken werden, solange es noch sichtbar ist", meint Dieter Thomas. Schon der nächste Sturm könnte es ja wieder nach unten bewegen.

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