Stichwahl in Greifswald: Fassbinder bleibt Oberbürgermeister

Stand: 26.06.2022 19:36 Uhr

Die Greifswalder haben entschieden: Amtsinhaber Stefan Fassbinder (Bündnis 90/Grüne) wird für weitere sieben Jahre die Geschicke im Rathaus der Hansestadt leiten.

In der Oberbürgermeister-Stichwahl am Sonntag setzte sich der 55-Jährige mit 56,0 Prozent der Wählerstimmen gegen Madeleine Tolani von der CDU durch. Fassbinders Vorsprung beträgt rund 2.000 Stimmen. Das gab die Stadt am Sonntagabend auf ihrer Homepage bekannt. "Das ist ein wunderbarer Tag für mich und Greifswald", sagte Fassbinder dem NDR Nordmagazin. "Wir werden Greifswald weiter so gestalten wie in den letzten Jahren - weltoffen und sozial, innovativ und nachhaltig. Das wird sich in allen Projekten niederschlagen."

47.000 Wahlberechtigte waren aufgerufen

Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Fassbinder den erforderlichen Stimmenanteil von mehr als der Hälfte knapp verpasst (48,5 Prozent). Die 41-jährige Tolani - Juraprofessorin in Wismar und seit 2019 Mitglied der Greifswalder Bürgerschaft - hatte seinerzeit 33,1 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen und damit fünf weitere Kandidaten und Kandidatinnen hinter sich lassen können. Nun waren noch einmal rund 47.000 Wahlberechtigte in der nach Einwohnern viertgrößten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 35,4 Prozent, vor zwei Wochen hatte sie noch bei 40,9 Prozent gelegen.

2015 mit 15 Stimmen Vorsprung ins Rathaus eingezogen

Vor sieben Jahren hatte Fassbinder frischen Wind im Rathaus versprochen. 15 Stimmen mehr reichten ihm aus, um nach 25 Jahren die CDU aus dem Rathaus zu verdrängen. In Ostdeutschland ist Fassbinder derzeit der einzige Oberbürgermeister mit grünem Parteibuch. In Greifswald unterstützen ihn, neben seiner Partei, die SPD, die Linke und die Tierschutzpartei. Für ihn sei Greifswald in den vergangenen Jahren sozialer und nachhaltiger geworden, sagte der 55-Jährige. Vor allem im Bildungsbereich will Fassbinder seinen Kurs fortsetzen. Außerdem sollen in den kommenden Jahren mindestens 2.000 neue Wohnungen entstehen, hatte Fassbinder im Wahlkampf versprochen. Neue Wohngebiete müssten soziales und bezahlbares Wohnen ausweisen. Seiner Meinung nach braucht die Stadt auch Platz für unterschiedliche Wohnformen, in dem es das klassische Einfamilienhaus gibt, aber auch Wohnprojekte und sogenannte Tiny Houses. Desweiteren will Fassbinder den Busverkehr verbessern und das Umland besser anbinden.

Greifswald: Wirtschaftlicher Motor Vorpommerns

Greifswald gilt als wirtschaftlicher Motor Vorpommerns. Finanziell geht es der Stadt gut. Deshalb hat sie in den vergangenen Jahren viel Geld investieren können, vor allem in Infrastruktur. Etwa in das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie. Ende des Jahres soll es fertig werden und rund 240 Arbeitsplätze bieten. Derzeit lässt die Stadt die nördliche Zufahrt zur Innenstadt, den Hansering, umbauen.

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Das Rathaus am Marktplatz von Greifswald. © imago/imagebroker

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NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 26.06.2022 | 07:30 Uhr

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