Stand: 21.08.2020 12:16 Uhr

Städte- und Gemeindetag gegen Fundtiervorschrift

Katze trinkt Wasser aus einer Schale © Colourbox
Laut einer Verwaltungsvorschrift sollen für frei lebende Katzen Futterstellen eingerichtet und sie sollen kastriert werden. (Archivbild)

Die Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern werden die vor einem Monat erlassene Verwaltungsvorschrift des Landes, nach der frei lebende Katzen wie Fundsachen zu behandeln sind, nicht umsetzen. Das hat der Vorstand des Städte- und Gemeindetages beschlossen. Die Bürgermeister wollen sich um alle gefundenen Tiere kümmern, nicht aber um die rund 7.000 frei lebenden Katzen in Mecklenburg-Vorpommern.

Städte- und Gemeindetag: "Freilebende Katzen sind keine Fundsachen"

Frei lebende Katzen seien weder Haustiere, noch vergleichbar mit Fundsachen. Das war und bleibe eine Aufgabe des Tierschutzes und für diesen seien die Kreise verantwortlich, erklärte der Kommunalexperte des Städte- und Gemeindetages Klaus-Michael Glaser.

Kritik auch vom Tierschutzbund

Der Landesverband des deutschen Tierschutzbundes schätzt, dass es mindestens 10.000 frei lebende Katzen in Mecklenburg-Vorpommern gibt - Tendenz steigend. Auch die Tierschützer sehen die Vorschrift kritisch: Damit sei eine Chance vertan, das Problem der frei lebenden Katzen in den nächsten Jahren endgültig zu lösen, sagte die Landesvorsitzende Kerstin Lenz.

Behörden lehnen Verantwortlichkeit ab

Laut Verwaltungsvorschrift des Landes sollen die rund 750 Gemeinden im Nordosten sechs Monate lang die Tierheimkosten für alle gefundene Tiere übernehmen. Für Katzen sollten demnach Futterstellen eingerichtet und sie sollen kastriert werden. Das aber seien keine Aufgaben der Behörden, die sich um Fundsachen wie Regenschirme und Koffer kümmern müssten, so Glaser.


21.08.2020 11:22 Uhr

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung des Textes wurde fälschlicherweise "Verordnung" als Synonym für "Verwaltungsvorschrift" verwendet.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.08.2020 | 06:00 Uhr

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