Stand: 10.07.2019 20:21 Uhr

Seehofer verspricht Katastrophen-Task-Force

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Vor Beginn der Pressekonferenz in Lübtheen besuchte Bundesinnenminister Seehofer den Munitionszerlegebetrieb in Jessenitz-Werk.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich für die von Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) geforderte bundesweite Task Force zur Bekämpfung von Bränden auf munitionsbelasteten Flächen ausgesprochen. Bei einem Besuch im Waldbrandgebiet bei Lübtheen am Mittwoch sagte er, die Bekämpfung und Vorbeugung solcher Katastrophenfälle sei eine "gigantische" Gemeinschaftsaufgabe, die weder Länder, noch Kommunen, noch der Bund allein bewältigen könnten.

Aufbau der nationalen Task Force

Die Einsatzgruppe von Bund und Ländern soll die örtlichen Feuerwehren künftig bei der Brandbekämpfung unterstützen. Im Katastrophenfall könne diese bundesweit angefordert werden und mit Personal und speziellen zur Brandbekämpfung benötigten Lösch- und Räumfahrzeugen anrücken, die über die normale Ausstattung der Einsatzkräfte vor Ort hinausgehen. Seehofer kündigte an, dafür die Flotte der Bundespolizei-Hubschrauber aufzustocken, die tagelang im Waldbrandgebiet aus der Luft gelöscht hatten. Eventuelle Räumpanzer und gepanzerte Löschfahrzeuge könnten gegebenenfalls beim THW angesiedelt werden, die im Brandfall Ansprechpartner für Einsatzkräfte vor Ort wären. Caffier betonte zu Beginn der Pressekonferenz in Lübtheen, die landeseigenen Kapazitäten reichten für die Waldbrandbekämpfung nicht aus. Seehofer sagte zu, dass die Gründung der Task Force in "zumutbarer" Zeit umgesetzt werden soll.

Seehofer

Waldbrandgebiet: Seehofer besucht Lübtheen

Nordmagazin -

Nach dem Waldbrand auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen hat Bundesinnenminister Seehofer die Region und den Munitionszerlegebetrieb in Jessenitz-Werk besucht.

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Kampfmittelräumung im Umkreis von Wohngebieten

Landrat Stefan Sternberg (SPD) begrüßte die Bildung der Task Force ausdrücklich. Er führte aus, man habe sich gemeinsam darauf geeinigt, dass die oberste Priorität nun die Kampfmittelberäumung im 1.000-Meter-Umkreis von Dörfern und Wohngebieten sei. Außerdem müsse dafür Sorge getragen werden, dass Waldbrandschneisen, wie sie im Waldbrandgebiet bei Lübtheen mit Hilfe alter Karten und Ortskundiger wieder hergestellt wurden, in Zukunft dauerhaft besser gepflegt werden. Sternberg und die Einsatzleiter, die in der vergangenen Woche Strategien zur schnellen Brandbekämpfung entwickelt hatten, stünden auch mit Know How zur Verfügung. Sie könnten ihre Erfahrungen weitergeben, so Sternberg.

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Noch etwa 100 Einsatzkräfte vor Ort

Zuvor hatte sich sich Seehofer auf dem Gelände einen Überblick über die Lage und zu konkreten Schäden verschafft. Auf der Tour durch das Waldbrandgebiet besuchte er auch den Munitionszerlegebetrieb in Jessenitz-Werk, der die Arbeit wegen des Feuers hatte einstellen müssen. Die Flammen waren bis auf 50 Meter an den Betrieb herangerückt. Erst am Montag war der Waldbrand so weit eingedämmt, dass der Katastrophenalarm aufgehoben werden konnte. Aktuell sind noch rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Sie kontrollieren das Gebiet regelmäßig am Boden und aus der Luft.

Tagelanger Großeinsatz der Rettungskräfte

Der Brand war Ende Juni auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ausgebrochen. Zeitweise brannte es auf 1.200 Hektar, fünf Orte wurden evakuiert. Hunderte Rettungskräfte waren in mehreren Schichten rund um die Uhr im Einsatz. Der Brand konnte erst nach mehr als einer Woche gelöscht werden. Zwar hatte es kurz zuvor an gleicher Stelle schon einmal gebrannt, doch vermuten die Behörden vorsätzliche Brandstiftung und ermitteln dazu.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.07.2019 | 20:00 Uhr

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