Stand: 30.11.2017 07:25 Uhr

Schwesigs rechte Hand plant Abschied

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Christian Frenzel: Als Koordinator und Planer ist der Chef der Staatskanzlei ein besonders wichtiger Mitarbeiter der Ministerpräsidentin.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verliert offenbar einen ihrer wichtigsten Mitarbeiter. Der Chef der Staatskanzlei, Christian Frenzel (SPD), steht nach Informationen des NDR kurz vor seinem Abschied. Der 54-Jährige wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr seinen Posten räumen, er ist seit knapp vier Jahren Chef der Staatskanzlei. Der promovierte Jurist wurde Anfang 2014 vom damaligen Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD) berufen.

Gründe für Rückzug bislang nicht bekannt

Frenzels Hauptaufgabe besteht bisher darin, die Arbeit der Ministerien zu koordinieren und das Regierungshandeln abzustimmen - er vertritt Schwesig in wichtigen Verwaltungsaufgaben der Regierung. Der Chef der Staatskanzlei gilt auch deshalb als die rechte Hand der Regierungschefin und ist entsprechend einflussreich. Gründe für Frenzels offenbar bevorstehenden Weggang sind nicht bekannt. In der SPD wird jedoch gemunkelt, dass Schwesig nicht immer mit Frenzels Arbeit zufrieden gewesen sein soll. Von offizieller Seite war bisher keine Bestätigung zu erhalten.

Gesucht: "Jemand, der den Laden zusammenhält"

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Ministerpräsidentin Schwesig ist viel in der Bundespolitik aktiv und braucht nun einen starken Vertreter in Schwerin.

Wer Frenzels Nachfolger oder Nachfolgerin wird, ist unklar. In der SPD fällt der Name Reinhard Meyer: Er war bis zur SPD-Wahlniederlage in Schleswig-Holstein Wirtschaftsminister in Kiel. Meyer kennt Mecklenburg-Vorpommern - er war bis 2012 bereits Chef der Staatskanzlei. Möglicherweise beruft Schwesig aber auch einen Vertrauten aus ihrer Zeit als Bundesministerin. Schwesig braucht in der momentanen Lage - so heißt es in der SPD - jemanden, "der den Laden in Schwerin zusammenhält". Die Ministerpräsidentin ist als Vize-Parteivorsitzende der SPD aktuell stark in bundespolitische Fragen eingebunden und hat entsprechend weniger Zeit für Regierungsgeschäfte in Schwerin.

Neuer Posten für Ex-Staatssekretärin Zinnow?

Auch eine andere Personalentscheidung steht möglicherweise kurz bevor. Die im August überraschend in den Ruhestand versetzte Bevollmächtigte beim Bund und Chefin der Landesvertretung in Berlin, die Staatssekretärin Pirko Zinnow (SPD), ist als Chefin des neu geschaffenen Amtes für "Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern" im Gespräch. Die oberste Landesbehörde mit Sitz in Schwerin soll zum 1. Januar mit der Arbeit beginnen. Schwesig hatte bei der Abberufung Zinnows erklärt, sie werde so schnell wie möglich eine Anschlussverwendung für die Ex-Staatssekretärin finden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.11.2017 | 07:00 Uhr

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