Schweriner OB Badenschier fordert neue Pandemie-Strategie

Stand: 29.07.2021 17:21 Uhr

Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) hat eine neue Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie gefordert. Die Situation habe sich grundlegend geändert.

Kontaktbeschränkungen, Testpflichten und Quarantäne für ganze Schulklassen sollten möglichst bald der Vergangenheit angehören, sagte Badenschier bei NDR MV LIVE. Mit einer "unglaublichen gesellschaftlichen Kraftanstrengung" sei das strategische Ziel erreicht worden, das Gesundheitssystem vor der Überlastung zu bewahren und damit unzählige Menschenleben zu retten, so Badenschier. Der weitere Verlauf der Pandemie liege "sowohl für die älteren Jahrgänge, denen ein Impfangebot unterbreitet werden konnte, als auch für die jüngeren Jahrgänge, die nur äußerst selten schwer erkranken, im Bereich des individuellen Lebensrisikos". Deswegen sei es an der Zeit, über die Aufhebung von Corona-Beschränkungen zu diskutieren, "statt mit Impfpflicht, Schulschließungen oder neuen Lockdowns unverhältnismäßige Kollateralschäden zu riskieren", so Badenschier weiter.

Infektionsschutz nicht notwendig

Durch die Corona-Regeln und -Einschränkungen konnten während der bisherigen Infektionswellen unzählige Leben in der Hochrisikogruppe der Älteren gerettet und die Intensivstationen vor der Überlastung geschützt werden. Eine vierte Welle sei nicht aufzuhalten, aber die Lage sei eine andere, sagte der SPD-Politiker, es stehe ausreichend Impfstoff zur Verfügung. Für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, für die kein Impfstoff zur Verfügung stehe, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sehr gering. Damit entfalle zumindest für diese Gruppe die individuelle Notwendigkeit, sie vor einer Infektion zu schützen, erklärte Badenschier, der vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister als Klinikarzt tätig war.

Warnung vor Schul-Lockdown

"Die jetzige Debatte um eine verschärfte Testpflicht greift zu kurz und kommt zu spät", sagte Badenschier mit Blick auf den Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern. Mit der vierten Infektionswelle seien unter Jüngeren vermehrt Ansteckungen zu erwarten. Reihenweise Schulschließungen wie im vorigen Schuljahr müssten im Interesse der Schüler aber vermieden werden. Eine Studie an der Technischen Universität Dresden mit 1.500 Kindern habe herausgearbeitet, dass die Häufigkeit des Krankheitsbildes überschätzt werde. Das Risiko zu erkranken sei geringer als die Gefahr für die psychische und physische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen durch einen weiteren Lockdown. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 29.07.2021 | 17:00 Uhr

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