Auf einer Kreuzung in Rostock sind zwei Straßenbahnen zusammengestoßen. © ndr.de Foto: Christian Kohlhof/ndr.de

Rostocker Straßenbahnverkehr läuft nach Unfall wieder

Stand: 03.03.2022 11:02 Uhr

Nach dem schweren Straßenbahnunfall in Rostock ist die Unfallstelle am Südring geräumt - der Verkehr läuft wieder. Bei dem Zusammenstoß zweier Bahnen waren 26 Menschen verletzt worden.

Eigentlich hätten die Züge der Linie 4 auf gerader Strecke aneinander vorbeifahren müssen - stattdessen prallten sie am frühen Mittwochnachmittag kurz vor der Stadthalle frontal zusammen. Zehn Menschen kamen laut Rettungsdienst mit schweren Verletzungen in Rostocker Kliniken, unter ihnen einer der beiden Straßenbahnfahrer. Er war in seinem Führerstand eingeklemmt und musste mit Spezialwerkzeug befreit werden.

Ursache für falsche Weichenstellung noch unklar

Zu dem Unglück kam es, als eine der beiden Bahnen plötzlich in Richtung Bahnhofsunterführung links abbog. Offenbar hing das mit einer in diesem Moment fehlgeschalteten Weiche zusammen, so eine Sprecherin der Rostocker Straßenbahn AG. Die Weiche hätte automatisch erkennen müssen, dass beide Bahnen der Linie 4 wie gewohnt parallel aneinander vorbeifahren müssen. Ein Umschalten wäre nur notwendig gewesen, wenn die Bahn einer anderen Linie zum Bahnhof hätte abbiegen wollen.

Weichen werden nicht von Stellwerken aus ferngesteuert

Anders als im Zugverkehr werden Straßenbahn-Weichen nicht von Stellwerken aus ferngesteuert, sondern durch Signale der jeweils sich nähernden Straßenbahn. In Ausnahmefällen haben aber auch die Fahrer der Bahnen die Möglichkeit, vom Führerstand aus Weichen zu stellen. Wie es nun zu dem schweren Unfall kommen konnte, ist weiterhin unklar. Die Untersuchungen dazu dauern noch an. Eine der Bahnen konnte auf den Gleisen ins Depot geschleppt werden. Die andere wurde vor Ort zerteilt und auf einem Tieflader abtransportiert.

Verkehr weiträumig behindert

Bis zum späten Abend gab es Ersatzverkehr mit Bussen und erhebliche Verkehrbehinderungen im gesamten Rostocker Innenstadtbereich. Die Oberleitungen der Straßenbahn wurden weiträumig abgeschaltet, vom Hauptbahnhof fuhren vorerst keine Straßenbahn mehr. Der Straßenbahnverkehr zwischen Steintor und Südstadt wurde eingestellt. Die RSAG stellte Busse als Ersatz bereit.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.03.2022 | 06:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Bahnverkehr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Ein Traktor fährt mit einer Drillmaschine über ein Feld und zieht eine große Staubwolke hinter sich her.  Foto: Jens Büttner/dpa

Zu trocken: Getreide muss vorzeitig geerntet werden

In Mecklenburg-Vorpommern hat die Getreideernte vorzeitig begonnen. Der Bauernpräsident befürchtet in einigen Regionen hohe Ertragseinbußen. mehr

Die kostenlose NDR MV App

Blick auf ein schwarzes Smartphone, dass die neue NDR Mecklenburg-Vorpommern App zeigt © NDR

Mecklenburg-Vorpommern immer dabei - NDR MV App

Nachrichten, Musik, Videos - NDR 1 Radio MV und Nordmagazin als App. Mit Livestreams, Corona-Infos für Ihre Region und direktem Kontakt ins Studio. mehr

Ein Smartphone zeigt einen Chat in der NDR MV App, in dem die App eine Liste mit Blitzern und Lasern in Mecklenburg-Vorpommern anzeigt. © ndr Foto: Christian Kohlhof

Aktuelle Blitzer in Mecklenburg-Vorpommern direkt aufs Handy

Über die NDR MV App können Sie sich jetzt eine Liste mit allen aktuellen Blitzern und Lasern aus MV schicken lassen. mehr

Ein Mann hält seinen Finger auf das Handy und liest eine Whatsapp-Nachricht. © Fotolia / preto perola

Der NDR MV Newsletter über unsere App

Aktuelle Nachrichten und Informationen bekommen Sie zweimal täglich über die NDR MV App oder per E-Mail. Hier können Sie sich für den NDR MV Newsletter registrieren. mehr