Rosenow: 100-Kilo-Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft

Stand: 24.05.2022 15:13 Uhr

Eigentlich wollte ein Einwohner von Rosenow im Kreis Mecklenburgische Seenplatte einen Zaun bauen. Dabei stieß er am Sonntag in seinem Vorgarten auf eine Weltkriegsbombe - heute wurde sie von Fachleuten entschärft.

Die Bombenentschärfung in Rosenow im Kreis Mecklenburgische Seenplatte hat heute für Aufregung in der Gemeinde gesorgt. Über 600 Anwohner mussten ihre Häuser vorübergehend verlassen. Die Bombe aus Beständen der Roten Armee lag nur wenige Zentimeter unter der Grasnarbe - an einer Stelle, über die der Grundstücksbesitzer 40 Jahre lang mit dem Auto gefahren ist. Experten des Munitionsbergungsdienstes aus Mirow haben den 100 Kilogramm schweren Blindgänger unschädlich gemacht.

Unaufgeregter Sprengmeister entschärft Bombe routiniert

Die Bombe wurde entschärft, der Zünder allerdings gesprengt. Sprengmeister Gerd Tied vom Munitionsbergungsdienst MV erklärte, dass allein der Zünder die Sprengkraft einer Handgranate habe. Insgesamt war die Entschärfung für den erfahrenen Sprengmeister keine große Herausforderung: "Es gibt schwierigere Bomben und schwieriger Zünder. In der Ausbildung lernen wir die verschiedenen Bomben- und Zünder-Schnitte, das ist dann Routine für uns." Die Bombe kommt nun ins Lager der Experten und wird dann vernichtet. Tied nutzte die Gelegenheit und warb für Nachwuchs in der Branche, der Munitionsbergungsdienst MV suche händeringend Nachwuchs. Voraussetzung: "Ein Metallberuf, normale Nerven und normal ausgebildete Sinnesorgane."

Komplettes Dorf geräumt, Straßen gesperrt

Für die Entschärfung der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde das ganze Dorf ab 11 Uhr komplett geräumt. Bis zum Mittag war die Evakuierung laut Polizei abgeschlossen, auch die Kinder einer Schule und einer Kita müssen die Gebäude verlassen. Die Bundesstraße 104 wurde kurzzeitig gesperrt und der Verkehr über benachbarte Bundesstraßen umgeleitet. Rund 40 Feuerwehrleute und 30 Polizisten waren im Einsatz, um eine sichere Entschärfung zu gewährleisten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.05.2022 | 12:00 Uhr

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