Stand: 30.08.2020 07:11 Uhr

Rast der Kraniche hat in MV begonnen

Die ersten Kraniche sind da. Aktuell rasten bereits etwa 1.000 Kraniche im Rederangsee im Müritz-Nationalpark. Die Vögel fliegen in der Dämmerung in beeindruckenden Formationen ein. Sie bereiten sich auf den Weiterflug in den Süden vor.

Naturschauspiel lockt Touristen an

Ein faszinierendes Naturschauspiel ist der allabendliche Einflug der Kraniche von der Futtersuche zu den Schlafplätzen. Dann sind manchmal Hunderte Tiere im Flug zu sehen, ihre durchdringenden Rufe weithin zu hören. Das Naturspektakel lockt jedes Jahr viele Gäste an die Mecklenburgische Seenplatte. Der Besuch der Rastplätze im Müritz-Nationalpark ist aktuell nur mit ausgebildeten Rangern und nach Anmeldung in der Müritz-Nationalparkinformation Federow möglich.

Tausende Großvögel überwintern im Nordosten

In Deutschland gibt es rund 9.000 Brutpaare, Vogelkundlern zufolge überwintern jedes Jahr mehrere Tausend Kraniche in Mecklenburg-Vorpommern, zum Beispiel in der Wismarbucht, am Schaalsee, südlich von Röbel und am Radelsee bei Rostock. Allein im vergangenen Jahr haben Vogelkundlern zufolge rund 14.000 Kraniche hier überwintert, Tendenz steigend. Lange Zeit sei Spanien eines der Hauptüberwinterungsgebiete gewesen.

Genug Nahrung auf Feldern

Die Vögel wollen Experten zufolge Kräfte sparen und schnell an ihren Nestern sein. Das sei in milden Wintern wie in den vergangenen Jahren ein Trend für ganz Deutschland. "Kraniche finden auf Feldern genug Maisreste und andere Nahrung", sagte der Vorsitzende der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern, Klaus-Dieter Feige. Kälte sei für diese Vögel kein Problem, eher eine geschlossene Schneedecke. Im Gegensatz zu kleineren Bodenbrütern wie Kiebitzen und Feldlerchen kommen Kraniche laut Feige mit den landwirtschaftlichen Großstrukturen im Nordosten gut zurecht.

Weitere Informationen
Zwei Kraniche fliegen © NABU Hamburg Foto: Annegret Wiermann

Kraniche beobachten: Die besten Plätze im Norden

Besonders in Mecklenburg-Vorpommern zeigen sich die imposanten Vögel derzeit Naturliebhabern auf ihrem Weg in den Süden. mehr

Bernd Kolz ist Jäger und merkt, wie die Windkraft auch die Natur verändert. Reh und Wildschwein stört es nicht, doch die Wildgänse rasten hier nicht mehr. © NDR/Hanse TV
29 Min

Wildvögel gegen Windräder

Windräder werden immer häufiger zu einer Gefahr für geschützte Vogelarten, noch bevor sie überhaupt stehen. In Vorpommern wurden in den letzten Jahren 15 Horste zerstört. 29 Min

Eine Kranich-Beobachtungsstation aus Holz © Dr. Günter Nowald, www.nabu-wwf-kranichzentrum.de Foto: Dr. Günter Nowald

Groß Mohrdorf: Zentrum für Kraniche

In der Vorpommerschen Boddenlandschaft können Vogelfreunde im Frühjahr und Herbst sehr gut Kraniche beobachten. In Groß Mohrdorf informiert eine Ausstellung über die Tiere. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.08.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Harald Ringstorff  Foto: Rainer Jensen

Politiker würdigen früheren Ministerpräsidenten Ringstorff

Bodenständig und verlässlich sei der gebürtige Wittenburger gewesen, so Landespolitiker in ihren Würdigungen. mehr

Die Unterwasseraufnahme zeigt einen Taucher, der mit einem rot-weißen Maßstab ein rostiges Metallteil vermisst. © Birgit Vitense Foto: Birgit Vitense

Wrack eines historischen Schaufelraddampfers gefunden

Das Wrack stammt aus der Anfangszeit der Dampfschifffahrt: Die "Friedrich Franz II" versank vor 170 Jahren. mehr

Die Front eines Feuerwehrautos mit verzerrter Unschärfe. © NDR Foto: Julius Matuschik

Mehrere Brände in Rostock - Verdächtiger festgenommen

Verletzt wurde niemand, die Höhe des Gesamtschadens war zunächst noch unklar. mehr

Eine Hand hält das Logo der Arbeiterwohlfahrt mit einem skizzierten roten Herz. © dpa picture alliance Foto: Holger Hollemann

Untersuchungsausschuss zu Wohlfahrtsverbänden beendet

Nach knapp vier Jahren kommt der Landtags-Ausschuss zu dem Ergebnis, dass kein Landesgeld zweckentfremdet wurde. mehr