Stand: 10.12.2019 16:28 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Zirkuszebra erschossen: Ermittlungen eingestellt

Der tödliche Schuss auf das in der Nähe von Tessin (Landkreis Rostock) entlaufenes Zirkus-Zebra "Pumba" hatte Anfang Oktober viele Menschen bewegt. Zweieinhalb Monate später hat die Staatsanwaltschaft Rostock nun die Ermittlungen gegen den Schützen, einen Mitarbeiter der Tierrettung der Feuerwehr Rostock, eingestellt.

Trauriges Ende für ein geflohenes Zirkus-Zebra

"Kein strafrechtlich relevantes Verhalten"

"Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass dem Schützen kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorzuwerfen ist", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dabei habe unter anderem auch eine Rolle gespielt, dass das entlaufene Tier zuvor auf der A20 einen Schaden von rund 20.000 Euro verursacht hatte.

Aus Zirkus ausgebrochen und auf Autobahn gelaufen

Das Tier war zuvor mit einem Artgenossen nachts beim Ausladen auf einem Zirkus-Gelände in Tessin ausgebüxt. Auf der Autobahn hatte es einen Auffahrunfall mit Blechschaden verursacht. Die A20 wurde aus Sicherheitsgründen zeitweise sogar voll gesperrt. Auf seiner Flucht war es dem Zebra immer wieder gelungen, Menschenketten aus Polizisten und Tierpflegern zu durchbrechen. Auch der Versuch, es mit Futter zu locken, missglückte.

Unklarheit über Schussdistanz

Nachdem Polizisten und Tierpfleger erfolglos versucht hatten, das Tier auf seiner mehrstündigen Flucht einzufangen und der Einsatz eines Betäubungsgewehrs nach Angaben der Rostocker Stadtverwaltung nicht möglich war, wurde die Tierrettung alarmiert. Ein Mitarbeiter erschoss das Tier schließlich. Der Tod "Pumbas" hatte heftige Diskussionen ausgelöst. Bei der Polizei war eine Anzeige gegen Unbekannt eingegangen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Distanz, aus der das Tier erschossen wurde, war zunächst unklar.

Weitere Gefährdungen nicht ausgeschlossen

Wie die Staatsanwaltschaft nun weiter erklärte, sei nicht auszuschließen gewesen, dass das Zebra noch auf eine nahe Landstraße gelangt wäre. Es wäre außerdem extrem schwierig gewesen, die Dosierung des Narkosemittels bei dem damaligen Zustand des Tieres nach mehrstündiger Flucht so einzustellen, dass das Tier nicht daran gestorben oder gar nicht erst in den Schlaf gefallen wäre.

Nach Angaben des Behördensprechers ist am Montag eine weitere Anzeige gegen den Schützen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingegangen. Diese Anzeige sei aber noch nicht bearbeitet worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.12.2019 | 16:00 Uhr

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