Panzergrenadierbrigade 41 übernimmt Schutz Litauens

Stand: 15.07.2022 11:55 Uhr

Die Panzergrenadierbrigade 41 "Vorpommern" wird den von der Bundesregierung angebotenen verstärkten Schutz des Nato-Partners Litauen übernehmen. Bereits jetzt sind Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern vor Ort.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte die Nato einen verstärkten Schutz der östlichen Mitgliedsländer beschlossen. Vorgesehen ist, Geräte, Material und einen Führungsstab der Brigade in Litauen zu stationieren. Das wird zusätzlich zu den bereits jetzt vor Ort eingesetzten multinationalen Kampfverbänden passieren, bestätigte ein Sprecher der Panzergrenadierbrigade 41 in Neubrandenburg.

Verstärkung in Litauen auf Anforderung

Derzeit laufen die dafür notwendigen Vorbereitungen. Der größte Teil der Soldaten wird in Deutschland bereit gehalten. Die Truppe in Litauen soll dann nach einer entsprechenden Anforderung personell verstärkt werden. Die Panzergrenadierbrigade 41 ist seit Jahren auf Einsätze im Ausland spezialisiert.

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Die Bundeswehr und die NATO-Battlegoup in Litauen

Als Reaktion auf die Annexion der Krim durch Russland 2014 und den Krieg im Donbass hat die NATO die Mission enhanced Forward Presence eFP ("verstärkte Vorwärtspräsenz") gestartet. Seit 2017 sind vier multinationale Kampftruppen (NATO-Battlegroups) in den baltischen Staaten und Polen stationiert. Ihr Auftrag: Sicherung der Ostflanke der verbündeten Staaten und der Abschreckung gegenüber Russland. Die Battlegroup in Litauen steht unter deutscher Führung. Sie umfasst rund 1.600 Soldaten - davon rund zwei Drittel Bundeswehr-Angehörige.
Jede Battlegroup bleibt für sechs Monate vor Ort. In diesem Rhythmus werden Truppe und Material ausgetauscht, sodass sich jede Rotation unterschiedlich zusammensetzt. Neben Deutschland stellen in der aktuellen 11. Rotation die Niederlande, Norwegen, Tschechien, Luxemburg und Belgien die Truppe und das dazugehörige Material.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen an der Ostflanke der NATO wird der deutsche Anteil nun um 350 Einsatzkräfte aufgestockt. EFP ist kein Kampfeinsatz. Doch die Battlegroup stellt ihre Verteidigungsfähigkeit und ihre Verteidigungsbereitschaft regelmäßig unter Beweis. In Gefechtsübungen und Manövern rainieren die Einsatzkräfte zahlreiche Szenarien vom Häuser- und Stellungskampf bis zur Verzögerung des anrückenden Feindes.
Mit der aktuellen Verlegung zusätzlicher Einsatzkräfte wird die Verteidigungsfähigkeit der Battlegroup weiter gestärkt. Dazu zählen Artilleriekräfte zur Feuerunterstützung im Gefecht, Aufklärer zur Erkundung des Gegners im Gelände und ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkräfte zur Schutz vor Auswirkungen atomarer, biologischer und chemischer Kampfmittel.

Der unter deutscher Führung aufgestellte Gefechtsverband, der im Regelfall um die 1.200 Soldatinnen und Soldaten umfasst, ist dabei als fester Bestandteil der litauischen Iron Wolf Brigade unterstellt und damit Teil der Verteidigungsplanung Litauens. Der Leitverband der 10. Rotation war das binationale Panzerbataillon 414 aus dem niedersächsischen Lohheide. Für die aktuelle 11. Rotation steht das Panzergrenadierbataillon 411 aus Viereck in der Verantwortung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.07.2022 | 12:00 Uhr

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