Eine Visualisierung zeigt den Entwurf einer Fußgängerbrücke über die Warnow © Planer: IL und sbp: www.inros-lackner.de und www.sbp.de; 3D Visualisierung: ing.nitschke@online.de Foto: Planer: IL und sbp: www.inros-lackner.de und www.sbp.de; 3D Visualisierung: ing.nitschke@online.de“

OB Madsen und Minister Backhaus einig: Keine BUGA in Rostock

Stand: 11.06.2022 07:23 Uhr

Die Bundesgartenschau 2025 in Rostock ist offenbar gescheitert. Oberbürgermeister Madsen wird der Bürgerschaft empfehlen, die BUGA nicht durchzuführen. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) akzeptierte schweren Herzens die Entscheidung.

Das Aus für die BUGA 2025 in Rostock ist so gut wie sicher. Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) will der Bürgerschaft empfehlen, die Gartenschau nicht durchzuführen. Die Auswertung einer Risikoanalyse und eine erneute Prüfung der geplanten Projekte habe bestätigt, dass Genehmigung und Umsetzung der Vorhaben aufgrund veränderter Rahmenbedingungen durch Corona und den Krieg in der Ukraine nicht rechtzeitig realisiert werden können und mit erheblichen Kostensteigerungen verbunden wären, teilte das Schweriner Agrarministerium nach einem Gespräch zwischen Madsen mit Agraminister Till Backhaus (SPD) am Freitag mit.

Madsen: "Waren nicht kritisch genug"

Madsen räumte ein: "Wir waren nicht kritisch genug auf diesem Weg. Wir haben Defizite in der Bewertung und in der Kommunikation der jeweiligen Sachstände nicht erkannt." Es sei nicht gelungen, die benötigten personellen Kapazitäten rechtzeitig aufzubauen. Er müsse sich zudem vorwerfen, zu optimistisch gewesen zu sein. Der Oberbürgermeister wolle nun schauen, wie es auch ohne BUGA große Projekte der Stadtentwicklung geben und die Stadt sich dafür Fördermittel sichern kann, sagte er im NDR Nordmagazin.

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Backhaus wollte ein anderes Ergebnis

Landwirtschaftsminister Backhaus zeigte sich am Freitag erleichtert, dass sich der Oberbürgermeister nun klar positioniert hat, "auch wenn wir uns definitiv ein anderes Ergebnis gewünscht hätten", hieß es von ihm. "Wir alle hätten die Bundesgartenschau gern in Rostock gesehen – das sage ich in aller Deutlichkeit. Temporäre Großereignisse wie die BUGA können die Entwicklung einer Stadt in hohem Maße vorantreiben." Es sei bitter, dass der Plan nicht aufgegangen sei.

Land sagt Unterstützung für weitere Vorhaben zu

Das Land hatte der Stadt für die BUGA rund 60 Millionen Euro an Zuschüssen zugesagt. Die prognostizierten Kosten waren allerdings zuletzt von 140 auf 180 Millionen Euro gestiegen. Gleichwohl will das Land die Hansestadt bei mehreren Großprojekten weiterhin unterstützen. Einig sind sich demnach Stadt und Land bereits, dass der Küsten- und Hochwasserschutz im Stadthafen fester Bestandteil der umzusetzenden Projekte sein wird. Auch die Entwicklung des Stadthafens, der Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Warnow, das so genannte Warnowquartier und der Stadtpark zählten zu den zu diskutierenden Projekten.

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CDU spricht vom "miesen Theaterschauspiel"

Der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Peters sprach unterdessen von einem "miesen Theaterschauspiel". Backhaus und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hätten unüberwindbare Hürden aufgebaut, finanzieller und terminlicher Art, um Rostock die Schuld für das Scheitern in die Schuhe schieben zu können, statt zu ihren Entscheidungen zu stehen. Offenbar sei so auch der Frieden in der rot-roten Koalition gewahrt, da die Linke kein Geheimnis aus daraus gemacht habe, "dass sie die BUGA-Pläne hintertrieben hat".

FDP: "Trauriger Tag für Rostock"

Die FDP-Landtagsabgeordnete Barbara Becker-Hornickel sprach von einem "traurigen Tag für unsere Hansestadt". Die BUGA sollte eigentlich ein Motor für die Stadtentwicklung Rostocks sein, "mit der auch viele positive Effekte für die Wirtschaft, den Bau und den Tourismus der Region einhergegangen wären, die nun leider wegfallen". Sybille Bachmann vom Rostocker Bund erklärte, es sei viel Energie und Lebenszeit in die BUGA geflossen und der Frust sitze tief, "dass dies sehenden Auges in den Sand gesetzt wurde". Nicht Corona und Krieg seien maßgeblich für das Scheitern, sondern Probleme bei der Organisation und beim Personal. Sie brachte die Ausrichtung einer Landesgartenschau 2027/28 ins Gespräch.

BUGA-Gesellschaft will Marke schützen

Am Dienstag hatte bereits der BUGA-Aufsichtsrat bekannt gegeben, dass es nicht möglich sei, das sogenannte Rostocker Oval entlang der Warnow bis 2025 für die BUGA herzurichten. Der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner, hatte sich zudem gegen eine "Mini"-BUGA ausgesprochen. Man könne "dieser Variante nicht zustimmen. Dies würde der Marke BUGA und den damit verbundenen Qualitätsansprüchen nicht gerecht werden".

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 10.06.2022 | 16:00 Uhr

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